Ökumenischer Jahresrückblick: Ein Weltgebetstag der Hoffnung mit Frauen aus England, Wales und Nordirland

Erstellt am 20.01.2023

2022 war ein ereignisreiches Jahr in Kirche und Welt. Auch ökumenisch war im Kirchenkreis einiges los. Zur Herbstsynode konnte Pfarrer Torsten Willimczik die neue Ökumenekonzeption vorstellen, die den vielfältigen Angebote und Aktivitäten an Weser und Werre und weit darüber hinaus einen neuen Rahmen gibt.

Zeit für einen kleinen ökumenischen Jahresrückblick:

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Am 4. März 2022 feierten Frauen auf der ganzen Welt wieder den Weltgebetstag, eine der größten ökumenischen Unternehmungen überhaupt und die größte von Frauen getragene ökumenische Bewegung. Seit 1927 widmen sich Frauen in mehr als 120 Nationen am ersten Freitag der Passionszeit dem gemeinsamen Gebet in besonderen Gottesdiensten und vielfältigen Begleitaktionen, jeweils ausgerichtet von Kommittees aus wechselnden Ländern. Gastgeberland für den Weltgebetstag 2022 waren die „Home Nations“ England, Wales und Nordirland - nur Schottland fehlt im britischen Quartett - die mit einer gehörigen Prise britischem Flair und einem programmatischen Ansatz, bei dem sich alles um das Thema Hoffnung drehte, einen Weltgebetstag von überraschender Aktualität gestalteten.

Das Motto des Weltgebetstags „Zukunftsplan: Hoffnung“ wurde aus Jeremia 29:1-14 entwickelt: Es ist der Brief Jeremias an die nach Babylon verschleppten Judäer, denen der Prophet in ihrer Not Hoffnung zuspricht. Es ist nicht die Hoffnung auf sofortige Rettung, sondern die Zuversicht, dass die Gemeinde irgendwann zurückkehren und eine glückliche Zukunft haben wird. Bis dahin sollen sie nicht verzweifeln oder falschen - populistischen? - Propheten zum Opfer fallen, sondern konstruktiv und selbstbewusst ihre Gemeinschaft pflegen und sich auch um das Wohl ihrer neuen, ungewollten Heimat sorgen. Weniger als zwei Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, der für Hunderttausende Flucht und Vertreibung auf ungewisse Zeit brachte, kam das Motto des Weltgebetstags zur rechten Zeit.

Ein britischer Touch im Kirchenkreis Vlotho

Für die Organisatoren des Weltgebetstags im Kirchenkreis Vlotho, den Bezirksverbandsvorstand der Evangelischen Frauenhilfe im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho um Vorsitzende Bettina Willimczik und die vielen ehrenamtlich Engagierten in den Gemeinden, schien sich das Motto Hoffnung während der langen Vorbereitungen noch auf das andere Sorgenthema der letzten Jahre zu beziehen: Die Corona-Krise hatte das öffentliche Leben noch fest im Griff, und vorbereitende Aktivitäten wie der Infonachmittag am 25. Januar mussten noch unter strengen 2G-Regeln durchgeführt werden.

Dennoch konnte ein kirchenkreisweites Programm für den 4. März entwickelt werden, und anders als in den Vorjahren konnte dann auch schon wieder in Präsenz und vor Ort gefeiert werden. Am Weltgebetstag trafen sich Teilnehmer verschiedener Konfessionen zu besonderen Zentralgottesdiensten, die ökumenisch und ganz nach den Vorschlägen des britischen Kommittees durchgeführt wurden. In Bad Oeynhausen südlich der Werre bot der gemeinsame Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche einen Vorgeschmack auf die seit 2023 bestehende vereinigte Emmaus-Gemeinde, zusammen mit den katholischen, neuapostolischen und freikirchlichen Teilnehmern. Evangelische und katholische Teilnehmer aus Bad Oeynhausen-Nord trafen sich in Volmerdingsen, aus der Region Vlotho in der Autobahnkirche Exter und aus Gohfeld im Gemeindezentrum Haupensiek. Die jetzt als Evangelische Kirchengemeinde Porta Westfalica-Süd vereinigten Portaner Gemeinden feierten noch einzeln in Veltheim, Holtrup, Eisbergen und in der katholischen St. Walburga-Kirche in Hausberge.

Am Weltgebetstag hörten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel von dem multiethnischen und auch religiös und konfessionell bunten Leben bei den britischen Gastgebern. Dabei ging es um die Anliegen und Sorgen der Frauen in der britischen Gesellschaft, auch um schwierige Themen wie Armut, häusliche Gewalt oder Benachteiligung im öffentlichen Leben. Aber es ging auch um die reiche religiöse und liturgische Tradition auf den britischen Inseln und in den Gemeinden im zu Unrecht nur auf seine konfliktreiche Geschichte und Gegenwart reduzierten Nordirland, in Wales mit seiner vom Bergbau geprägten Landschaft oder in England mit seiner Vielfalt von den Yorkshire Moors bis zum urbanen Leben in Manchester oder London. Als ganz besonderer britischer Touch wurde die Kollekte in Holtrup dann auch stilecht und mit einem Zwinkern in einer Teekanne eingesammelt.

Oh so British: Die Kollekte in Holtrup wurde in einer Teekanne eingesammelt (Foto: Kirchengemeinde Holzhausen und Holtrup an der Porta)

Infoveranstaltung zum Weltgebetstag 2023

Taiwan ist ein religiös vielfältiges Land: Chinesischer Volksglaube, Konfuzianismus und Buddhismus decken die Mehrheit der bunten religiösen Landkarte ab. Doch sind immerhin 5% der Einwohner Taiwans Mitglied einer der vielen christlichen Konfessionen auf der “Ilha Formosa”, der schönen Insel. Dieser vielfältigen christlichen Gemeinschaft widmet sich der Weltgebetstag für Frauen am 3. März 2023, der unter dem Motto “Glaube bewegt” von Frauen aus Taiwan vorbereitet wird.

Der Bezirksverband der Frauenhilfe lädt am Montag, dem 30. Januar, zwischen 15 und 18 Uhr in das Gemeindehaus Veltheim zu einer Informationsveranstaltung für alle, die sich im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho für den Weltgebetstag 2023 engagieren und mehr über das Gastgeberland Taiwan wissen möchten. Claudia Montanus, Bildungsreferentin des Landesverbands der Frauenhilfe, stellt die Anliegen der Frauen in Taiwan sowie die Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag vor. Anmeldungen bis zum 23. Januar bei Frau Ursel Hottel (Tel. 05731 / 93045).

“I Have Heard About Your Faith” von der jungen taiwanischen Künstlerin Hui-Wen Hsiao (Bild: Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.)