29/01/2026 0 Kommentare
Verbindung von Musik und Botschaft
Verbindung von Musik und Botschaft
# Kirchenmusik

Verbindung von Musik und Botschaft
Die Musikalischen Vespern kehren nach Vlotho zurück. Nach den erfolgreichen Musik-Wein-Vespern des letzten Jahres bringt Kantorin Līga Auguste-Meier in diesem Frühjahr deren ursprüngliche Inspiration zurück: Drei Abende in der historischen Stadtkirche, in denen sich Musik und Gottesdienst ganz um das Thema je einer Bach-Kantate drehen. Die Vespern beginnen jeweils um 18 Uhr in St. Stephan.
Zur ersten Musikalischen Vesper am letzten Tag des ersten Monats hat Līga Auguste-Meier die Bach-Kantate „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“ (BWV 84) ausgewählt. 1727 erstmals aufgeführt, dreht sich die Kantate um Fragen von Bescheidenheit und Zufriedenheit: Als Menschen, als Christen zufrieden zu sein mit dem, was Welt und Leben gebracht haben. Es ist eine Botschaft, die in den modernen Januar-Routinen von Neujahrsvorsätzen, Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Dry January oder Nach-Feiertags-Diäten einen weltlichen Nachhall gefunden hat. Bach geht jedoch näher an den Kern heran. Zufriedenheit kann gefunden werden, auch wenn mancher Wunsch unerfüllt bleibt. Denn das Leben oder - wie es das Rezitativ klarer ausdrückt - „Gott ist mir ja nichts schuldig“. Die Aussage und Motivauswahl wirken auf moderne Ohren erst sperrig, aber auch befreiend: Hier wird die Realität nicht nur toleriert oder akzeptiert, sondern zufrieden und „vergnügt“ angenommen. Auch über die Musik hinaus werden in der Vesper, als Abendgottesdienst, diese Themen und Ideen aufgegriffen.
Am 31. Januar übernimmt die in der Region bekannte und beliebte Sopranistin Irina Trutneva die Soloparts neben Chor und Kammerorchester. Die Andacht leitet Pfarrer Torsten Willimczik in Vertretung für Geeske Brinkmann.
Auf weitere Musikalische Vespern können sich die Besucherinnen und Besucher am 28. Februar und am 4. April freuen. Am letzten Februartag kommt Kreiskantor József Opicz nach Vlotho, um als Alt-Solist die Bach-Kantate „Gott soll allein mein Herze haben“ (BWV 169) zu begleiten.
In der abschließenden Musikalischen Vesper am Anfang April, „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ (BWV 56), werden Themen von Abschied und Jenseits mit österlicher Hoffnung verbunden. Besonders bekannt aus dem Werk von 1726 ist der Schlusschoral „Komm, o Tod, Du Schlafes Bruder“. Ursprünglich auch für eine Sopran-Stimme geschrieben, hat Bach die Kantate später für Bass adaptiert. Diesen Part übernimmt Yannick Spanier, der bereits beim letztjährigen Jubiläumskonzert der Kantorei in Vlotho brillierte.
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