20/08/2026 0 Kommentare
So nah und doch weit weg: 24 „Urlauber ohne Koffer“ erleben die Region mit dem Ev. Kirchenkreis Vlotho
So nah und doch weit weg: 24 „Urlauber ohne Koffer“ erleben die Region mit dem Ev. Kirchenkreis Vlotho
# Neuigkeiten

So nah und doch weit weg: 24 „Urlauber ohne Koffer“ erleben die Region mit dem Ev. Kirchenkreis Vlotho
Highlights
- Das Gemeindehaus Holzhausen wurde zum Urlaubsort mit gemeinsamen Mahlzeiten, Gesprächen, Bewegung, Lesungen und Ruhezeiten.
- Bei Ausflügen entdeckte die Gruppe unter anderem die Holzhauser Windmühle und die Ilser Webstube.
- Zum Abschluss ging es mit dem Schiff auf die Weser und durch die Schachtschleuse am Wasserstraßenkreuz Minden.
Zwölf Länder auf fünf Kontinenten: So weit reiste der amerikanische Journalist Rolf Potts 2010, ohne Koffer, nur mit Pass, Geld und Zahnbürste in der Jackentasche. Ganz so weit ging es für die zwei Dutzend „Urlauber ohne Koffer“ in Holzhausen nicht. Stattdessen entdeckten sie über eine Woche mit Karin Tasche von der Seelsorge im Alter des Ev. Kirchenkreises Vlotho ihre Heimatregion neu.
Ursprünglichen hießen sie „Stadtranderholung“: Die ersten Urlaube ohne Koffer wurden bereits vor mehr als fünfzig Jahren von Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbänden angeboten. Besonders in den Industriestätten Westdeutschlands brachten sie Menschen, die nicht in die Ferne reisen konnten oder wollten, raus aus dem Alltag. Jetzt haben Karin Tasche und die Portaner Pfarrerin Katharina Kenter-Töns die Idee in die Region gebracht.
Für die Organisatorinnen und ihre Mitreisenden war es „eine Woche voller gemeinsamer Erlebnisse, Entdeckungen in der Umgebung, leckerem Essen, Singen und Austausch“.
Das Gemeindehaus Holzhausen wurden zum Urlaubsort, an dem die Reisegruppe die Auszeit genießen und vor der Sommerhitze in die Kirche fliehen konnte. Versorgt wurden die zwei Dutzend Reisenden vom Team um Gisela Jedrzejek, Marianne Kollmeier und Susanne Neubert. „Wunderbarer Kaffeeduft schon bei der Ankunft am Morgen“, schwärmt Karin Tasche.
Ganz wie im Urlaub waren es Tage voller Erlebnisse, mit dem einzigen Unterschied, dass man im eigenen Bett schlafen konnte. Nach einem Impuls am Morgen gab es vielfältige Angebote, von Morgengymnastik zu Spielen und Lesungen, dazwischen Momente der Ruhe und Erholung. Besonders die Ausflüge in die Region begeisterten die Reisenden. Die Holzhauser Windmühle konnte in Betrieb erlebt werden, und auf der anderen Seite der Porta lockte die Ilser Webstube mit einem Einblick in die historische Handwerkskultur der Gegend. „Alle Arbeitsschritte konnten wir betrachten, anfassen und begutachten“, vom Lein im Garten bis zum fertigen Tuch am Webstuhl, erzählt Karin Tasche.
Die ungewöhnliche Urlaubswoche endete mit dem Urlaubsklassiker des Mühlenkreises: Eine Schifffahrt auf der Weser einschließlich zweier Touren durch die Schachtschleuse. Karin Tasche betont, wie ungewöhnlich die Fahrt eigentlich ist: „Auf dem Wasser einen Fluss queren: das ist beim Wasserstraßenkreuz in Minden möglich.“ Die eigene Region mit dem Augen eines Touristen zu sehen und das vermeintlich Bekannte neu zu entdecken: Auch darum ging es beim Urlaub ohne Koffer.
So nah und doch weit weg
24 Menschen haben eine besondere Urlaubs-Woche erlebt.
Sie waren „Urlauber ohne Koffer“. Das bedeutet: Sie mussten nicht weit weg fahren. Sie haben ihre eigene Region neu entdeckt.
Die Reise wurde vom Evangelischen Kirchen-Kreis Vlotho organisiert. Karin Tasche und Pfarrerin Katharina Kenter-Töns haben die Woche vorbereitet.
Das Gemeindehaus in Holzhausen war für eine Woche das Urlaubs-Ziel. Dort traf sich die Gruppe jeden Tag.
Es gab viele gemeinsame Aktivitäten:
- Gymnastik
- Spiele
- Lesungen
- Singen
- Gespräche
- gemeinsames Essen
Es gab auch Zeit zum Ausruhen. Bei großer Hitze konnte die Gruppe in der Kirche bleiben.
Besonders schön waren die Ausflüge.
Die Gruppe besuchte die Windmühle in Holzhausen. Dort konnte sie erleben, wie eine Mühle arbeitet.
Auch die Ilser Webstube wurde besucht. Dort lernte die Gruppe viel über ein altes Handwerk.
Die Menschen konnten sehen und anfassen, wie aus Flachs ein fertiges Tuch entsteht.
Zum Abschluss gab es eine Schiff-Fahrt auf der Weser. Das Schiff fuhr auch durch die Schacht-Schleuse am Wasser-Straßen-Kreuz in Minden.
Die Urlauber konnten dabei ihre Heimat mit neuen Augen sehen.
Denn manchmal gibt es auch zu Hause viel Neues zu entdecken.
A stay-cation to remember
24 “no-luggage holidaymakers” discover the local region with the Church District of Vlotho
Twelve countries across five continents: that is how far American journalist Rolf Potts travelled in 2010 without a suitcase, carrying nothing but his passport, money and toothbrush in his jacket pocket. The two dozen “no-luggage holidaymakers” in Holzhausen did not travel quite that far. Instead, they spent a week rediscovering their own home region with Karin Tasche from the Vlotho Church District’s ministry for older people.
Originally, these trips were known as “Stadtranderholung” – holidays on the outskirts of town. More than 50 years ago, churches and welfare organisations began offering no-luggage holidays. Particularly in the industrial towns of West Germany, they gave people who could not or did not want to travel far a chance to escape their everyday routines. Karin Tasche and Katharina Kenter-Töns have now brought the idea to the region.
For the organisers and their fellow travellers, it was “a week full of shared experiences, discoveries close to home, delicious food, singing and conversation”.
The Holzhausen parish hall became their holiday destination, where the group of 24 could enjoy their break and retreat into the church when the summer heat became too much. The catering was provided by Gisela Jedrzejek, Marianne Kollmeier and Susanne Neubert. “There was the wonderful smell of coffee as soon as we arrived in the morning,” Karin Tasche recalls enthusiastically.
Just like a holiday abroad, the week was filled with experiences – the only difference was that everyone could sleep in their own bed at night. After a morning reflection, there was a varied programme including morning exercise, games and readings, with moments of peace and relaxation in between.
The excursions around the region were particularly popular. The group was able to see the Holzhausen windmill in operation, while across the Porta the Ilser Webstube offered an insight into the area’s traditional crafts. “We were able to see, touch and examine every stage of the process,” says Karin Tasche, from the flax growing in the garden to the finished cloth on the loom.
The unusual holiday week ended with a classic attraction of Minden-Lübbecke: a boat trip along the Weser, including two passages through the famous Schachtschleuse locks. Karin Tasche points out just how unusual the experience actually is: “At the waterway junction in Minden, it is possible to cross a river on a canal.”
Seeing your own region through the eyes of a tourist and discovering familiar places afresh was one of the main ideas behind the no-luggae holiday. Sometimes, you do not have to travel far to feel a world away.
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