Probier's doch mal aus!

Probier's doch mal aus!

Probier's doch mal aus!

# Andacht

Probier's doch mal aus!

„So ist das Leben nun mal, da kann man nichts machen. Wir müssen uns damit abfinden.“ Sowas höre ich öfters, kenne solche Gedanken aber auch bei mir selbst. Schade, wenn ich die Hoffnung aufgebe und nicht mehr damit rechne, dass ich Dinge zum Guten wenden kann und wieder neue Farbe ins Leben bekomme. Doch möglich ist das, vor allem im persönlichen Lebensalltag. Wer aufbricht und neue Wege geht, hat zwar keine Erfolgsgarantie, aber die Chance, dass neue Erfahrungen das Leben bereichern. Mir sind da einige Menschen vor Augen:

Ein Spaziergänger entschließt sich eines Tages, nicht seinen gewohnten Rundgang zu machen, sondern eine andere Richtung einzuschlagen. Dabei entdeckt er ein Fleckchen Erde, das ihm sehr gefällt. Hier will er nun oft hingehen und Erholung suchen. Er ist froh, den ungewohnten Weg gegangen zu sein.

Ganz viele neue Entdeckungen macht der Hobbyfotograf. Er geht nicht hektisch und gleichgültig durch die Welt wie die meisten, sondern beobachtet mit wachem Auge die Natur. Seine wunderschönen Aufnahmen von Pflanzen und Tieren können nur entstehen, weil er sich sehr viel Zeit dafür nimmt und ungewöhnliche Wege geht. Auf diese Weise entdeckt er, was anderen gar nicht auffällt. Die Betrachter seiner Bilder kommen aus dem Staunen nicht heraus. Sie erkennen: Wie blind gehen wir oft an der Schönheit der Welt vorbei!

Ein kirchlicher Mitarbeiter hat einen Traum. Er will so gerne mal eine Kinderbibelwoche organisieren. Doch würde es die Zeit erlauben, würden sich Mitarbeiter finden? Eines Tages traut er sich und beginnt, seinen Traum in die Tat umzusetzen – trotz knapper Zeit. Tatsächlich findet er nach einigem Suchen Menschen, die mitarbeiten wollen, und nun kann es wirklich losgehen! – Später, im Rückblick, wird er zufrieden sein, und auch für die Kinder und Mitarbeiter war es ein schönes, unvergessliches Erlebnis.

Schließlich denke ich an zwei, die es miteinander wagen wollen. Sie hören, wie um sie herum Ehen und Partnerschaften in die Brüche gehen. Aber davon lassen sich die Beiden nicht abhalten. Sie wollen von jetzt an den Weg gemeinsam gehen, denn sie fühlen sich einfach zueinander hingezogen und sind voller Vertrauen.

Diese ermutigenden Beispiele aus dem täglichen Leben passen gut in die Zeit nach Ostern, die wir „Freudenzeit“ nennen. Da sind alle Menschen eingeladen, sich zu freuen. Gott will nicht, dass wir uns matt und leer fühlen, dass Langeweile und Verzagtheit unser Leben bestimmen. Er macht seinen Sohn Jesus Christus lebendig, damit auch wir lebendig werden und uns mit Freude dem Leben zuwenden, das uns immer wieder neu überraschen will. Also Schluss mit dem gewohnten Trott und Mut zu neuen Wegen! Nicht alles wird gelingen, aber in unserem Leben wird es wieder lebendig!


Zuerst erschienen in der Neuen Westfälischen, 18. April 2026

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