Zeitgrenzen aufbrechen!

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Zeitgrenzen aufbrechen!

# Erwachsenenbildung

Zeitgrenzen aufbrechen!
Highlights
  • Im Mai startet eine dreiteilige Lesereihe in Bad Oeynhausen, Vlotho und Löhne mit Literatur aus Westfalen.
  • Frank Meier-Barthel liest klassische Texte und die Autorinnen und Autoren vom Rumpelstilzchen-Literaturprojekt antworten mit neuen Texten kreativ auf das literarische Erbe Westfalens.
  • Die Veranstaltungen sind kostenlos; zusätzlich ist ein Schreib-Workshop geplant.



Die Ev. Erwachsenenbildung und das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt führen im Mai eine außergewöhnliche gemeinsame Lesereihe in drei Teilen und einen Workshop durch. Frank Meier-Barthel von der Erwachsenenbildung wird an jedem Abend ein Glanzstück westfälischer Literatur präsentieren; gerahmt wird dies von Autoren und Autorinnen des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts. Diese haben Gedichte und Erzählungen aus zwei Jahrhunderten gelesen und haben auf diese alten Texte mit eigenen neuen Texten geantwortet. „Zeitgrenzen aufbrechen!“ lautet das Motto dieses sehr kreativen Umgangs mit Literatur. 

Der Auftakt der Reihe findet am Dienstag, den 12. Mai, ab 19:00 Uhr im Foyer der Auferstehungskirche am Kurpark in Bad Oeynhausen statt. Frank Meier-Barthel liest aus der Erzählung „Kristall und Schäferhund“ der deutsch-israelischen Schriftstellerin Jenny Aloni (1917-1993). Die gebürtige Paderbornerin stellt darin ihre Erschütterung und Verstörung nach der Zerstörung des elterlichen Warenhauses in der Pogromnacht dar und schuf damit ein persönliches und eindrückliches Zeugnis zur Geschichte unserer Region sowie ein Stück israelischer Literatur, das vom Kafka-Freund Max Brodt gelobt wurde. 

Weiter geht es am Donnerstag, den 21. Mai, im Gemeindehaus Exter, Alter Schulweg 6 in Vlotho-Exter, wo Frank Meier-Barthel Leben und Werk des Journalisten Felix Fechenbach (1894-1933) vorstellt. Ab 1929 arbeitete dieser in Detmold und schrieb Satirisches und Ernstes über den Aufstieg der NSDAP, verfasste auch Fabeln und Erinnerungen an die Revolution im Jahr 1918. Fechenbach war ein freundlicher, jugendlich wirkender Mensch und zugleich ein entschiedener Kämpfer für die Demokratie. Über seine Ermordung im Sommer 1933 durch lippische Nazis schrieb Heinrich Mann: „Hier sind Seelen verloren gegangen“. 

Am Dienstag, den 26. Mai, wird Frank Meier-Barthel aus dem Briefwechsel zwischen der Herforderin Hertha Koenig (1884-1973) mit dem Dichter Rainer Maria Rilke vorlesen. Rilke besuchte sie auch auf dem elterlichen Gut in der Region Herford. Es war eine besondere, poetische Freundschaft zwischen zwei sensiblen, dichterischen Menschen. Dieser dritte Teil der Reihe „Zeitgrenzen aufbrechen!“ findet im Ev. Gemeindehaus Mennighüffen, Lübbecker Str. 139 in Löhne-Mennighüffen, statt. 

Jede dieser drei etwa halbstündigen Lesungen wird gerahmt von Autoren und Autorinnen des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts, das als ein in unserer Region einmaliges und vielgestaltiges Projekt bereits den Herforder Kulturpreis erhalten hat. Gemeinsam mit dem Literaturprojekt wird im Anschluss an die drei Lesungen auch ein Schreibworkshop stattfinden, dessen Termin und Ort noch bekanntgegeben werden. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Weitere Informationen bei Frank Meier-Barthel unter E-Mail frank.meier-barthel@ekvw.de oder mobil: 0174 – 93 79 572.

Was ist das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt?

Das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt ist ein seit 1981 bestehendes Literaturprojekt aus Ostwestfalen, das ursprünglich gegründet wurde, um schreibende Kinder und Jugendliche zu fördern.

In seiner heutigen Form (seit 2020) ist es ein offenes, unabhängiges Netzwerk ehemaliger Mitglieder und weiterer Autor*innen, die gemeinsam literarische Projekte, Lesungen, Ausstellungen und Publikationen entwickeln.

Ein Schwerpunkt liegt aktuell auf kreativen Dialogen zwischen alter und neuer Literatur – etwa indem zeitgenössische Texte auf historische Vorlagen antworten und so neue Perspektiven eröffnen.

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