Im Dreisprung durch die Romantik: Gelungenes „Trio romantique“ im Gemeindehaus St. Stephan in Vlotho

Im Dreisprung durch die Romantik: Gelungenes „Trio romantique“ im Gemeindehaus St. Stephan in Vlotho

Im Dreisprung durch die Romantik: Gelungenes „Trio romantique“ im Gemeindehaus St. Stephan in Vlotho

# Kirchenmusik

Im Dreisprung durch die Romantik: Gelungenes „Trio romantique“ im Gemeindehaus St. Stephan in Vlotho
Highlights
  • Das „Trio romantique“ verband Werke von Bruch, Beethoven, Glinka und Mendelssohn mit viel musikalischem Humor.
  • Līga Auguste, Tomoko Yano-Ebmeyer und Matthias Beltz zeigten die klangliche Vielfalt von Klavier, Fagott und Klarinette.
  • Das Publikum im Gemeindehaus St. Stephan erlebte einen kurzweiligen Salonabend und spendete begeisterten Applaus.
    

Von Max Bruch über Mozart und Beethoven auf Glinka und Mendelssohn: Im „Trio romantique“ deckten Kantorin Līga Auguste, die in Vlotho gerne gehörte Tomoko Yano-Ebmeyer am Fagott und der national und international erfolgreiche Klarinettist Matthias Beltz die Romantik in der ganzen Bandbreite ab. Daraus wurde ein feiner Salonabend mit viel musikalischem Humor im großen Saal des Gemeindehauses.

Der Grund für die Wahl des Gemeindehauses war groß und schwarz: der Blüthner-Flügel der Gemeinde, ein laut Līga Auguste „herausragendes Instrument, das viel zu selten auf konzertantem Niveau bespielt wird“. In der nicht oft gehörten Kombination als Trio mit zwei Blasinstrumenten gab es dann „alles, was uns das romantische Zeitalter und diese Musiksprache mitgegeben hat.“

Zeitlich arbeiteten sich die drei Musizierenden rückwärts durch ihr Programm. Ein Alterswerk von Max Bruch machte den Anfang: Kurze und kurzweilige Stücke aus op. 83, in denen besonders die beiden Blasinstrumente in einen Dialog treten konnten. Eigentlich für Klarinette und Bratsche geschrieben, wirkte gerade im „Nachtgesang“ die Wahl von zwei Bläsern noch passender. Matthias Beltz, dessen Karriere ihn unter anderem ins Amsterdamer Concertgebouw gebracht hat, spielte sich mit der Klarinette in gar nicht nächtlich-ruhige Höhen, bis das Fagott ihn wieder, mit perfektem Einsatz, einfangen konnte.

Ein Zeitsprung von über einem Jahrhundert brachte das Publikum ins Frühwerk von Beethoven. Die in ihrer Provenance etwas unsicheren Duos (WoO 27) haben eine ungewohnte Leichtigkeit mit einem unverkennbaren Touch Mozart, der mit dem berühmten Klarinettenkonzert KVV 622 das Blasinstrument zu einem der bestimmenden lyrischen Instrumente der Wiener Klassik gemacht hatte. Beltz und Yano-Ebmeyer spielten mit Leichtigkeit, einem Hauch Beethovenschem Ernst im Larghetto und viel Bewegung und Humor im Rondo, das vom Publikum mit gut gelaunten Lachen quittiert wurde.

Eine Frau spielt an einem Konzertflügel, gesehen über ihren Rücken

Der Blüthner-Flügel kam bei Griegs Notturno aus den „Lyrischen Stücken“ zur Geltung. Līga Auguste brachte tanzende Rhythmik; die rechte Hand setzte expressive Zeichen, während die linke den Herzschlag des Stücks beständig hielt. Das eindringliche Spiel der Vlothoer Kantorin wurde mit starkem Applaus gewürdigt.

„Die Schwermut der russischen Seele“ hatte Matthias Beltz in seiner Einführung zum folgenden „Trio pathetique“ von Mikhail Glinka angekündigt. Die vom Vater der russischen Musik in Italien geschriebenen und an der Mailänder Scala uraufgeführten Stücke klangen dann aber doch nicht so schwermütig. Līga Auguste spielte im Allegro moderato mit viel Spaß in den höheren Läufen; nur im Miteinander mit dem Fagott klangen schwerere, dramatischere Seiten an. Im Largo dann durften beide Bläser pathetischere Geschichten erzählen, bevor sie wieder mit dem Klavier zusammenfanden.

Schumann und Mendelsohn-Bartholdy folgten mit zwei bewusst leichtfüßigen Stücken. Sowohl Schumanns „Träumerei“, von ihm selbst als „kleines Ding“ bezeichnet, und Mendelssohns „Lied ohne Worte“ kamen mit Leichtigkeit, fast wie Fingerübungen herüber.

Ein Mann mit Klarinette und eine Frau mit Fagott spielen in einem großen Saal

Bevor Mendelssohn den Abend beschließen durfte, war natürlich Zeit für Mozarts großartiges Adagio aus dem Klarinettenkonzert KVV 622. Matthias Beltz und Līga Auguste gaben dem aus Film und Fernsehen bekannten Klassiker einige Geschwindigkeit und Drang nach vorn, ein ungewohnter Effekt bei einem Stück, das nicht nur „Jenseits von Afrika“ von den langen, sehnsucht-satten Klarinettenparts zehrt.

Zum Abschluss gab es Mendelssohns „Zwei Konzertstücke“, op. 113 und 114. Als bierseeliges Versprechen für den Klarinettenvirtuosen Heinrich Joseph Baermann entstanden - mit Dampfnudel und Käsestrudel als Gegenleistung - sind beide Stücke angenehm unernst, mit vielen Gelegenheiten für die Spielenden, in fast hastigen Parts ihre Kompetenz zu zeigen, aber auch ruhigeren Momenten, in denen wieder Mozarts Klarinettenkonzert durchklingt. Besonders Tomoko Yano-Ebmeyer zeigte mit ihrem präzisen Hochgeschwindigkeitsspiel, was aus einem Fagott herauszuholen ist. Mit der Don-Giovanni-Arie „La ci darem la mano“ als Zugabe und viel Applaus endete so ein kurzweiliger Abend im Gemeindehaus St. Stephan.

   

Romantik-Musik-Abend im Gemeinde-Haus in Vlotho

Im Gemeinde-Haus St. Stephan in Vlotho gab es ein Konzert.

Das Konzert hieß „Trio romantique“.

Drei Musikerinnen und Musiker spielten zusammen.

Līga Auguste spielte Klavier.

Tomoko Yano-Ebmeyer spielte Fagott.

Matthias Beltz spielte Klarinette.

Die drei Musiker spielten viele verschiedene Stücke.

Die Stücke waren von bekannten Komponisten.

Zum Beispiel waren Stücke von Beethoven, Mozart und Mendelssohn dabei.

Auch Musik von Bruch, Glinka, Grieg und Schumann wurde gespielt.

Die Musik war manchmal ruhig und gefühlvoll.

Manchmal war sie schnell und lustig.

Die Klarinette und das Fagott spielten oft miteinander.

Das Klavier gab den Blas-Instrumenten einen besonderen Klang-Raum.

Im Gemeinde-Haus steht ein großer Flügel.

Der Flügel ist von der Firma Blüthner.

Līga Auguste lobte den Flügel.

Sie findet, dass er öfter bei Konzerten gespielt werden sollte.

Das Publikum hatte viel Freude an dem Konzert.

Am Ende gab es großen Applaus.

Als Zugabe spielten die Musikerinnen und der Musiker ein Stück von Mozart.

A Romantic Tour de Force

A successful “Trio romantique” at St Stephan’s parish hall in Vlotho

From Max Bruch via Mozart and Beethoven to Glinka and Mendelssohn: in the “Trio romantique”, parish cantor Līga Auguste, Tomoko Yano-Ebmeyer on bassoon, and the nationally and internationally acclaimed clarinettist Matthias Beltz explored the full breadth of the Romantic era. The result was an elegant salon-style evening, full of musical humour, in the large hall of St Stephan’s parish hall.

The reason for choosing the parish hall was large and black: the parish’s Blüthner grand piano. Līga Auguste described it as an “outstanding instrument that is far too rarely played at concert level”. In the unusual combination of piano and two wind instruments, the musicians presented “everything that the Romantic era and its musical language have given us”.

Chronologically, the three musicians worked backwards through their programme. An instrumental work from Max Bruch’s later years opened the concert: short and lively pieces from Op. 83, in which the two wind instruments in particular could enter into dialogue. Originally written for clarinet and viola, the choice of two wind instruments seemed particularly apt in the “Nachtgesang”. Matthias Beltz, whose career has taken him to venues including the Concertgebouw in Amsterdam, took the clarinet into decidedly un-night-like heights before the bassoon, with perfect timing, brought him back down to earth.

A leap of more than a century took the audience to Beethoven’s early work. The provenance of the duos WoO 27 is somewhat uncertain, but they have an unusual lightness and an unmistakable touch of Mozart – whose famous Clarinet Concerto KV 622 established the wind instrument as one of the defining lyrical voices of Viennese Classicism. Beltz and Yano-Ebmeyer played with ease, a hint of Beethoven’s seriousness in the Larghetto and plenty of movement and humour in the Rondo, which was greeted with cheerful laughter from the audience.

The Blüthner grand piano came into its own in Grieg’s Notturno from the “Lyric Pieces”. Līga Auguste brought out its dancing rhythms; her right hand added expressive accents while her left hand maintained the steady heartbeat of the piece. The Vlotho church musician’s compelling playing was rewarded with strong applause.

“The melancholy of the Russian soul” was how Matthias Beltz introduced the next work, Mikhail Glinka’s “Trio pathétique”. The pieces, written by the father of Russian music while he was in Italy and premiered at La Scala in Milan, did not sound quite as melancholy as promised. Līga Auguste clearly enjoyed the higher runs in the Allegro moderato, while heavier and more dramatic qualities emerged in her interplay with the bassoon. In the Largo, both wind instruments were given the opportunity to tell more emphatic stories before joining the piano once again.

Schumann and Mendelssohn followed with two deliberately light-footed pieces. Both Schumann’s “Träumerei”, which he himself described as a “little thing”, and Mendelssohn’s “Song without Words” came across with an almost effortless quality, nearly like musical exercises.

Before Mendelssohn was allowed to bring the evening to a close, there was naturally time for Mozart’s magnificent Adagio from the Clarinet Concerto KV 622. Matthias Beltz and Līga Auguste gave the familiar piece, known from film and television, real momentum and forward drive. It was an unusual effect for a work whose long, yearning clarinet passages have become familiar to many people, not least through Out of Africa.

The evening concluded with Mendelssohn’s “Two Concert Pieces”, Op. 113 and 114. Originally written as a good-humoured promise to the clarinet virtuoso Heinrich Joseph Baermann – with steamed dumplings and cheese strudel as the reward – both pieces are pleasantly light-hearted. They give the performers plenty of opportunities to demonstrate their virtuosity in almost breathless passages, while quieter moments once again allow echoes of Mozart’s Clarinet Concerto to emerge. Tomoko Yano-Ebmeyer in particular demonstrated with her precise high-speed playing just how much can be drawn from a bassoon.

With the Don Giovanni aria “La ci darem la mano” as an encore and plenty of applause, a thoroughly entertaining evening at St Stephen’s parish hall came to an end.

Dies könnte Sie auch interessieren

Der Evangelische
Kirchenkreis Vlotho

Der Evangelische Kirchenkreis Vlotho ist eine lebendige Gemeinschaft von sechs Kirchengemeinden mit zurzeit gut 44.500 Gemeindegliedern in den Städten Vlotho, Bad Oeynhausen, Löhne und Porta Westfalica.

23 Pfarrer*innen und vier Gemeindepädagoginnen versehen ihren Dienst nicht nur in den Gemeinden, sondern auch in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, auf dem Wittekindshof, in der Schule und in der Arbeitsstelle „Seelsorge im Alter“.

Zehn Jugendreferent*innen des Evangelischen Jugendreferats bieten in den Gemeinden und gemeindeübergreifend Kinder- und Jugendarbeit an. In 21 Kindertageseinrichtungen betreuen täglich 360 Mitarbeitende rund 1.400 Kinder. Das kirchenmusikalische Profil des Kirchenkreises wird durch zwei hauptamtliche und ca. 40 nebenamtliche Kirchenmusiker*innen geprägt.

Lebendig wird der Kirchenkreis durch die frohe Botschaft Jesu und das Engagement vieler Christ*innen im Ehrenamt.

Evangelischer Kirchenkreis Vlotho

Lennéstraße 3

32545 Bad Oeynhausen

05731 / 1805-0

Email