18/03/2026 0 Kommentare
Klassik trifft Jazz in der Auferstehungskirche
Klassik trifft Jazz in der Auferstehungskirche
# Kirchenmusik

Klassik trifft Jazz in der Auferstehungskirche

Von Alexander Hermelink
Ein besonderes Konzert erlebten die Besucherinnen und Besucher am Sonntagabend in der Auferstehungskirche am Kurpark. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um das Programm „Ist es Klassik? Ist es Jazz?“ der deutsch-niederländischen Formation „Sounds like a Trio“ zu hören.
Die Antwort auf die titelgebende Frage blieb offen – und genau darin lag der Reiz des Abends: Saxophonist Arjen van El, Pianist Michael Kotzian und Kontrabassist Konstantin Wienstroer verbinden in ihrem Projekt klassische Musik mit Jazz und Improvisation. Ausgehend von Themen großer Komponisten entstehen dabei neue, überraschende Klangwelten.
Bekannte Melodien neu interpretiert
Im Mittelpunkt standen Motive aus Werken von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Frédéric Chopin, die das Trio in fein ausgearbeitete Jazzarrangements verwandelte. Auch neu interpretierte Kompositionen von Erik Satie sorgte für begeisterten Applaus im Publikum.
Viele Melodien waren sofort wiederzuerkennen – doch in ihrem neuen musikalischen Gewand entwickelten sie eine ganz eigene Dynamik. Der Takt wurde mit dem Fuß mitgewippt, bekannte Themen klangen noch lange im Ohr nach.
Neben Improvisationen über die „großen“ Komponisten stellte das Trio auch eigene Stücke vor. „Wir spielen heute auch Musik eines eher unbekannten zeitgenössischen Komponisten, den man sich durchaus einmal anhören kann“, bemerkte Pianist Michael Kotzian mit einem Schmunzeln – und meinte damit sich selbst. Das Publikum quittierte diese Selbstironie und die anschließende Darbietung mit kräftigem Applaus.
Moderiertes Konzert mit Einblicken in die Musikgeschichte
Durch den Abend führte Kotzian mit trockenem Humor und kurzen Erläuterungen zu den Werken und ihren Komponisten. So erhielten die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nur musikalische Eindrücke, sondern auch interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichten der Stücke und ihre Zeit. „Wir hoffen, Sie flüchten nach der Pause nicht“, kommentierte er augenzwinkernd – doch daran dachte im Publikum offensichtlich niemand, wie die weiterhin gut gefüllte Kirche nach der Pause zeigte.
Die Reaktionen waren durchweg begeistert: Immer wieder gab es spontanen Applaus für gelungene Soloparts. Am Ende des Konzerts bedankte sich das Publikum mit langanhaltendem Beifall und Standing Ovations – und forderte erfolgreich eine Zugabe.
Die große Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer beeindruckte auch die Musiker selbst. „Ihr habt hier wirklich ein Publikum“, bemerkte Saxophonist Arjen van El anerkennend und spielte damit augenzwinkernd auf andere Konzerte des Trios an, die weniger gut besucht waren. Pianist Michael Kotzian nutzte den Schluss des Abends zudem, um der Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde zu danken.
International erfahrene Musiker
Das Trio „Sounds like a Trio“ wurde vom deutschen Pianisten Michael Kotzian und dem niederländischen Saxophonisten Arjen van El gegründet. Gemeinsam mit dem international tätigen Kontrabassisten Konstantin Wienstroer sind sie mit ihrem genreübergreifenden Programm regelmäßig auf Konzerttour in Deutschland unterwegs.
Mit ihrem Auftritt in der Auferstehungskirche zeigte das Ensemble eindrucksvoll, wie spannend und lebendig die Begegnung von Klassik und Jazz sein kann.
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