Junge Kirche in alten Mauern: Sommersynode des Ev. Kirchenkreises Vlotho ganz im Zeichen der Jugend

Junge Kirche in alten Mauern: Sommersynode des Ev. Kirchenkreises Vlotho ganz im Zeichen der Jugend

Junge Kirche in alten Mauern: Sommersynode des Ev. Kirchenkreises Vlotho ganz im Zeichen der Jugend

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Junge Kirche in alten Mauern: Sommersynode des Ev. Kirchenkreises Vlotho ganz im Zeichen der Jugend
Highlights
  • Die Synode des Kirchenkreises Vlotho beschloss eine neue Konzeption für die Kinder- und Jugendarbeit mit mehr Mitbestimmung junger Menschen.
  • Außerdem standen die Zukunft der Gemeinden, Klinikseelsorge und Kirchenmusik auf der Tagesordnung.
  • Die Synode wählte Friedemann Meinert in den Kreissynodalvorstand und beauftragte Gespräche über eine mögliche Vereinigung mit dem Kirchenkreis Herford.


Bei Rekordtemperaturen fand die Synode des Ev. Kirchenkreises Vlotho Kühlung in einem der ältesten Gebäude der Gegend, in der alte Klosterkirche Sankt Stephan in Vlotho. Aber trotz der altehrwürdigen Mauern stand die diesjährige Sommertagung des Kirchenkreises ganz im Zeichen der Jugend: beschlossen wurde die neue Konzeption für die evangelische Kinder und Jugendarbeit im Kirchenkreis sowie weitere richtungsgebende Entscheidungen für die Zukunft des kirchlichen Lebens in der Region.

Zeit für eine Rückschau 

Der Ev. Kirchenkreis Vlotho hat in den letzen Jahren auf die Herausforderungen der Zeit, besonders auf den demographischen Wandel und die dadurch entstehenden Einsparzwänge, mit umfangreichen Veränderungen in der Gebäudelandschaft, aber auch mit neuen Ideen, wie Kirche gelebt werden kann, geantwortet. Gerade in der Gastgeberstadt Vlotho ist durch die Gemeindevereinigung und Entscheidung für ein gemeinsames Zentrum in der Kernstadt bereits viel geschehen. „Die Kirche hat reagiert, und das sehr frühzeitig“, lobte Vlothos Bürgermeister Rocco Wilken in seinem Grußwort. „Seid mutig, seid progressiv“, gab er den Synodalen mit, „und seid einfach“: Nicht komplexe Strukturen, sondern die Menschen sollten im Mittelpunkt stehen.  

In einer eigenen Zukunftswerkstatt waren vor den letzten Synoden wegweisende Beschlüsse entwickelt worden. In ihrem Bericht nutze Superintendentin Goudefroy die Gelegenheit für eine Rückschau. So konnte sie von der gelungenen Sicherung der Kur- und Klinikseelsorge berichten, einem Kernmerkmal des Kirchenkreises, in dem sich gleich mehrere Reha-Einrichtungen und Krankenhäuser von teils nationaler Bedeutung befinden. 

Im letzten Jahr hatte die Finanzierung der Kantorenstellen im Kirchenkreis zu kontroversen Diskussionen zur Zukunft der Kirchenmusik im Kirchenkreis geführt. Die Konzeption wurde nun überarbeitet und der Synode vorgestellt. Noch in Arbeit sei jedoch die im letzten Jahr vorgeschlagene Einführung eines Popkantorats, berichtete Pfarrer Wolfang Edler. Die „teilweise noch weit auseinander liegenden Interessen“ würden weitere Gespräche benötigen, so dass die Erweiterung der Konzeption noch nicht vorgestellt werden könne.

Jugend denkt Kirche neu

Auch die Konzeption der Jugendarbeit sollte überarbeitet werden. Dies ist seit dem letzten Jahr geschehen, und die Sprecherinnen der evangelischen Jugend stellten sich der Synode und präsentierten, was sie, ihre Altersgenossen und die Hauptamtlichen des Jugendreferats in den letzten Monaten entwickelt hatten. Ihre Ideen markieren eine Zeitenwende in der evangelischen Jugendarbeit.

Die beliebten bestehenden Formate wie Freizeiten, das Konficamp oder die Schulungen werden weiter angeboten. Doch dazu sollen ganz neue Ideen kommen, wie die Kreuzwege, „die rollierende Kinder- und Jugendkirche“. Für jeweils acht bis zehn Wochen kommen die Kreuzwege in die einzelnen Regionen, um neue Formen von Kirche auszuprobieren. Von anderen Gottesdienstformaten bis zu Kirchendisco oder Theaterformaten reichte das Spektrum der Vorschläge, und noch viel mehr ist möglich. Und das soll nicht allein ein Angebot für Kinder und Jugendliche sein, sondern in die Region ausstrahlen: „Die Kerngemeinde wird ausdrücklich eingeladen, ihre Kirche in diesem Zeitraum mit anderen Augen neu zu entdecken.“

Den Gemeinden wird auch eine engere Anbindung der Jugendarbeit versprochen. Jede Gemeinde soll einen verlässlichen Ansprechpartner haben. Darüber hinaus sollen jährlich Gespräche stattfinden, in denen geschaut wird, welcher Bedarf besteht und was getan werden kann. Ganz besonders dabei: Bei diesen Gesprächen sollen zwei Drittel der Teilnehmenden unter 27 Jahre sein. Die Kinder- und Jugendarbeit wird so von denen bestimmt, für die sie geschieht. Sie wollten nicht mehr als Empfänger von Angeboten gesehen werden, sondern als engagierter und mitverantwortlicher Teil der Kirche, betonten die beiden Sprecherinnen.

Landesjugendpfarrer Christian Uhlstein war für die Vorstellung der Konzeption eigens nach Ostwestfalen gekommen und lobte die Innovation und Qualität, wie er sie „vom Kirchenkreis Vlotho gewohnt“ sei. Besonders begrüßte er, dass tatsächlich die Jugend der Kirche bei der neuen Konzeption und neuen Strukturen federführend sei. „Ich sehe, dass das aufgeht, was wir seit vielen Jahren entwickelt haben“, sagte er mit Blick auf die Förderung der Jugendbeteiligung in der westfälischen Landeskirche.

Ein Abschied und ein Antrag

Kurseelsorger Uwe Rosner hat seit 12 Jahren die Entwicklung des Kirchenkreises in seinem Leitungsgremium, dem Kreissynodalvorstand, mitbegleitet. Durch seinen nahenden Ruhestand musste sein Sitz nachbesetzt werden. Die Synode wählte Friedemann Meinert aus Volmerdingsen-Werste, der versprach, seine Erfahrung mit strukturellen Veränderungen in seine Arbeit einzubringen. Superintendentin Goudefroy dankte ausdrücklich Uwe Rosner und den beiden anderen, nur knapp unterlegenen Kandidaten, Christiane Kemper und Kai Schneckener aus Bad Oeynhausen, für ihren Einsatz. 

Vor 186 Jahren wurde in Sankt Stephan die Gründung des Kirchenkreises aus Teilen der Kirchenkreise Herford und Minden beschlossen. Mit dem finalen Beschluss der Synode schloß sich so ein Kreis: Die Synode führte den Sondierungsauftrag des letzten Jahres weiter und bat die Kirchenkreisleitung, Gespräche mit Herford über eine Vereinigung der beiden Kirchenkreise zu beginnen - eine Initiative, die der ebenfalls anwesende Herforder Superintendent Olaf Reinmuth bereits in seinem Grußwort humorvoll begrüßt hatte. 


  

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Lebendig wird der Kirchenkreis durch die frohe Botschaft Jesu und das Engagement vieler Christ*innen im Ehrenamt.

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