Frieden stiften - Jeden Tag!

Frieden stiften - Jeden Tag!

Frieden stiften - Jeden Tag!

# Andacht

Frieden stiften - Jeden Tag!

Am 24. Februar 2022 begann mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine der größte militärische Konflikt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 1465 Tage dauert der Krieg nun schon, viel zu lange: Sirenen in der Nacht, Menschen auf der Flucht, Städte unter Beschuss, Familien werden auseinandergerissen – jeden Tag.

Der Krieg ist zurück auf unserem Kontinent – jeden Tag seit vier Jahren.

Wir denken an die Opfer. An die Getöteten, deren Namen wir vielleicht nie erfahren. An die Verletzten, die an Leib und Seele Wunden tragen. An die Mütter und Väter, die um ihre Söhne und Töchter bangen. An die Kinder, die in Kellern Schutz suchen mussten und deren Kindheit vom Lärm der Explosionen überschattet wurde.

Unser Gedenken darf nicht abstumpfen. Jeder einzelne Mensch ist von Gott gewollt, geliebt und ist es wert bedacht zu werden – jeden Tag.

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ 

So heißt es im Matthäus-Evangelium. Dieses Wort Jesu ist kein frommer Wunschtraum. Es ist eine Verheißung – und ein Auftrag.

Frieden beginnt nicht erst auf den großen politischen Bühnen. Er beginnt in unseren Herzen. In unserem Reden übereinander. In der Bereitschaft, Hass nicht mit Hass zu beantworten. In der Geduld, für Verständigung zu beten und einzutreten, auch wenn die Fronten verhärtet sind. Frieden stiften – jeden Tag.

Wir fühlen uns oft ohnmächtig angesichts der Bilder aus Städten wie Mariupol, Charkiw oder Kyjiw. Und doch dürfen wir nicht aufhören, ihre Namen zu nennen. Wir können die Stimme erheben gegen Unrecht und Gewalt. Wir können Gott unsere Klage bringen.

Die Psalmen der Bibel zeigen uns seit langer Zeit, dass Klage kein Mangel an Glauben ist, sondern Ausdruck tiefen Vertrauens: Gott hält unser Entsetzen, ja die tiefste Verzweiflung aus - jeden Tag.

Und so bitten wir Gott doch um Trost für die Trauernden, um Heilung für die Verwundeten, um Weisheit für die politisch Verantwortlichen und um Mut für alle, die Frieden stiften.

Möge Gott Sie, liebe Leserin, lieber Leser, möge Gott uns zu Werkzeugen seines Friedens machen – heute und an jedem neuen Tag.


Zuerst erschienen im Westfalen-Blatt, 28. Februar 2026

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