Freude teilen

Freude teilen

Freude teilen

# Andacht

Freude teilen

Vor wenigen Tagen kam meine Gehaltsabrechnung. Wie jeden Monat. Tatsächlich plane ich damit. Auch die Summe ist keine Überraschung. Und doch freue ich mich jedes Mal, wenn ich die Abrechnung in den Händen halte. Weil ich es doch nicht selbstverständlich finde, dass ich und meine Familie versorgt sind. Ich danke Gott für mein Gehalt. Und ich lese in der Bibel im 5. Buch Mose, dass diese Freude ehrlich und der daraus resultierende Dank berechtigt ist: Freue Dich über alles Gute, das Gott dir und deiner Familie gegeben hat. (5. Mose 26,11)

Der Abschnitt im 5. Buch Mose zeichnet den langen Weg des Volkes Israel nach – von der Unterdrückung und Entbehrung in der Sklaverei bis zur ersten Ernte im neuen „gelobten“ Land. Diese Ernte ist ein Zeichen der Güte Gottes. Wir arbeiten, aber wir haben das Ergebnis nicht in der Hand. Die Frucht unserer Mühen ist ein Geschenk Gottes.

Ich lese im 5. Buch Mose aber auch: Wer erntet, soll einen Teil an Gott zurückgeben. So wird deutlich, dass Besitz eine Gabe ist, die verwaltet und geteilt werden soll. Die Ernte gehört demnach nicht den Menschen, die den Boden bearbeiten, sondern Gott, der wachsen lässt. Er versorgt und nährt seine Menschen. Nun können wir Gott keine materiellen Dinge zukommen lassen. Deshalb sollen wir den Teil, der ihm zusteht, anderen Menschen geben, damit auch die versorgt sind, die sonst ohne Etwas dastünden. Es gibt drei Formen des Teilens: Einkaufen, Einladen und Abgeben. In unserem Wirtschaftskreislauf ist Kaufen eine gute Tat: Ladeninhaber und Angestellte leben davon, dass wir uns beim Einkaufen großzügig verhalten. Die schönste Form des Teilens ist es, Freunde einzuladen, zum Beispiel zu einem gemeinsamen Essen. Abgeben ist auch eine Form des Teilens. In meiner Nachbarschaft steht ein Second-Hand Shop. Einmal im Jahr bringe ich Kleidung dorthin – ich bekomme kein Geld dafür – aber die guten Stücke gehen in den Verkauf. So kann der Second Hand Shop existieren. Also: Lassen Sie die Menschen an Ihrer Freude teilhaben.

Zuerst erschienen in der Neuen Westfälischen, 31. Januar 2026

Dies könnte Sie auch interessieren