20/03/2026 0 Kommentare
Fahrradselbsthilfewerkstatt startet in letzte Saison
Fahrradselbsthilfewerkstatt startet in letzte Saison
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Fahrradselbsthilfewerkstatt startet in letzte Saison
Bei bestem Frühlingswetter ist die Fahrradselbsthilfewerkstatt am EKJZ Valdorf am Dienstag in ihre – vorerst – letzte Saison gestartet. Es wurde geschraubt, geflickt und gefachsimpelt. Der Hof füllte sich schnell mit Menschen, die gemeinsam anpackten. Doch so sonnig der Auftakt auch war, eine Nachricht überschattete den Saisonbeginn: Nach diesem Sommer wird die Werkstatt in ihrer bisherigen Form ihre Türen schließen.
Über den Winter haben sich wieder einige Fahrradspenden angesammelt, die auf Reparatur und neue Besitzer warten. „Es ist immer noch erstaunlich, wie lange und konstant die Spendenbereitschaft der Vlothoer ist“, heißt es aus dem Team. Diese Unterstützung aus der Bevölkerung war über Jahre hinweg eine tragende Säule des Projekts.
Gleichzeitig sind die Anfragen merklich zurückgegangen. Der Wunsch nach Elektrofahrrädern sei im hügeligen Vlotho nachvollziehbar groß, doch diesen Bedarf könne die Werkstatt leider nicht decken, und so sammeln sich mittlerweile einige Fahrräder um die rote Holzhütte im Siekweg an.
Seit fast zehn Jahren ist Jan Allersmeier für die Fahrradselbsthilfewerkstatt zuständig. In dieser Zeit haben sich viele Ehrenamtliche engagiert. Zu Hoch-Zeiten arbeiteten dienstagnachmittags regelmäßig über zehn Ehrenamtliche gemeinsam in der Werkstatt – sie schraubten, kümmerten sich um Reparaturanfragen der Kunden, kamen ins Gespräch oder genossen einfach die Gemeinschaft. Ein besonderer Dank aus dem Team ging auch an Friedel Valdorf, der aus gesundheitlichen Gründen vor einiger Zeit ausscheiden musste. Gemeinsam mit Sylke Cremer hatte er das Projekt einst ins Leben gerufen und maßgeblich aufgebaut.
Auch die Kooperation mit der Sekundarschule brachte fast jedes Jahr neue, schrauberbegeisterte Jugendliche. Einige von ihnen blieben sogar über ihre verpflichtenden Termine hinaus und wurden zu festen Größen im Team. Insgesamt waren es weit über dreißig Ehrenamtliche, die die Werkstatt über die Jahre hinweg regelmäßig unterstützten.
Doch auch hier zeigt sich der Lauf der Zeit: Ehrenamtliche wurden älter, begannen eine Ausbildung oder ein Studium, zogen weg oder hatten schlicht weniger Zeit. Nachwuchs zu gewinnen, wurde zunehmend schwieriger. Hinzu kommt, dass die bisherigen Räumlichkeiten ab Oktober aufgegeben werden müssen.
Für Jan Allersmeier ist daher klar: „Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Und dieser Zeitpunkt sei nach dieser Saison erreicht. „Ganz verschwinden soll die Idee jedoch nicht. Mittelfristig ist geplant, die Fahrradwerkstatt in anderer Form und an einem neuen Ort weiterzuführen“, so Jugendreferentin Annemarie Coring.
Ein Bedarf an weiteren Fahrradspenden besteht daher nicht mehr. Die bereits kontrollierten und reparierten Räder können weiterhin gegen eine Reparaturkostenpauschale von 20 Euro erworben werden. Mit etwas Glück findet sich darunter ein echtes Schnäppchen – oder ein schlichtes, aber zuverlässiges „Bahnhofsfahrrad“ für den Weg vom Bahnhof zur Uni.
Die Öffnungszeiten, an denen die Fahrradselbsthilfewerkstatt geöffnet hat, bleiben wie gewohnt bestehen. Jeden Dienstag zwischen 17 und 20 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit ein günstiges Fahrrad zu erwerben oder ihr eigenes Fahrrad unter Anleitung der ehrenamtlichen Helfern zu reparieren.
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