Ein lebendiges Feuer, eine Gerechte unter den Völkern: Milena Jesenská

Ein lebendiges Feuer, eine Gerechte unter den Völkern: Milena Jesenská

Ein lebendiges Feuer, eine Gerechte unter den Völkern: Milena Jesenská

# Erwachsenenbildung

Ein lebendiges Feuer, eine Gerechte unter den Völkern: Milena Jesenská

Am Sonntag, den 15. Februar, beginnt um 16 Uhr im Bürgerhaus Porta Westfalica, Am Park 1 in Hausberge, der zweite Teil der Lesereihe „Kinder Kakaniens“ mit einer kommentierten Lesung aus dem Werk Milena Jesenskás. Franz Kafka nannte sie „ein lebendigaes Feuer“. In der Gedenkstätte Yad Vashem wird sie als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt: Die Prager Journalistin Milena Jesenská war eine außergewöhnliche Frau. 

Zum Ärger ihres katholischen, tschechisch-nationalen Vaters verkehrte die junge Pragerin Milena Jesenská (1896-1944) in der deutsch-jüdischen Literaturszene. Sie schrieb kritische Reportagen über Prag und Wien, wo sie einige Jahre lebte. Franz Kafkas Briefe an Milena gingen aus dieser Zeit hervor. 

Sie war eine Menschenfreundin, worin sie sich gar nach dem deutschen Einmarsch in Prag bestätigt fühlte, als sie sah, wie sich ein Soldat bei einem weinenden Kind entschuldigte. Da sie Verfolgten half, kam sie ins KZ, wo sie erkrankte und starb.

Frank Meier-Barthel von der Evangelischen Erwachsenenbildung wird aus Jesenskás Reportagen vorlesen – so über das Leben in Wien im Winter nach dem Ersten Weltkrieg, in der es ihr gelang schlicht, anschaulich und anteilnehmend das bizarre Durcheinander dieser gestürzten Metropole in alltäglichen Beobachtungen darzustellen. Ähnlich liest sich ihre Reportage über die ersten Tage in Prag nach dem Einmarsch der Wehrmacht im Jahr 1938. Bereits unter dem Einfluss der Zensur beschrieb sie alltägliche, gewaltlose Straßenszenen, die vielsagend sind, eben weil so viel geschwiegen wird. Auch auf ihre Gedanken zur Ehe wird Meier-Barthel eingehen sowie auf die Gefängnisbriefe Jesenskás. 

Die Lesereihe „Kinder Kakaniens“ ist eine Kooperation der Ev. Erwachsenenbildung mit der AG Alte Synagoge Petershagen, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden, der Jüdischen Kultusgemeinde Minden, der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica und dem LWL-Museum Glashütte Gernheim.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Weitere Informationen bei Frank Meier-Barthel per Email oder Mobil: 0174 – 93 79 572.

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