"Das haben wir immer so gemacht!"

"Das haben wir immer so gemacht!"

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# Andacht

"Das haben wir immer so gemacht!"

„Das haben wir immer so gemacht! – Das haben wir ja noch nie gemacht! – Wo kämen wir denn hin, wenn das (plötzlich) alle so machen würden!“ Klischeehaft ist der Ostwestfale schnell beschrieben. Veränderungen sind angeblich nicht seins. Neuerungen erst recht nicht.

Auf den ersten Blick müsste die Jahreslosung 2025 für diesen Ostwestfalen einen Jubelschrei auslösen. „Prüft alles und behaltet das Gute!“ Die Prüfung geht schnell. Wenn alles beim Alten bleibt, ist es gut. Fertig. Oder!?

Ich erlaube mir, den Rat der Jahreslosung einmal anders zu betrachten. Die Welt mit ihren vielen Rahmenbedingungen ändert sich nun einmal. Das tat sie immer schon, jetzt gefühlt mit einem anderen Tempo. Und das betrifft die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Kirche, die Natur, das Freizeitverhalten, die Sehnsüchte des Lebens, die Ansprüche ans Leben und vieles mehr.

Die Frage ist dann nicht mehr, ob ich Veränderungen in meinem Leben will. Die Frage liegt doch auf der Hand: Wie gehe ich mit ihnen um und wie gestalte ich sie mit?

Ein kritischer Blick sollte schon im Reisegepäck sein. Aber mein Rucksack für die Zukunft braucht noch weiteren Inhalt: Mut und Fantasie, Entschlossenheit und Neugierde, Begeisterungsfähigkeit und Hoffnung.

Für den Christen Paulus, aus dessen Denken die Jahreslosung wohl stammt, gehören Gottvertrauen und Menschlichkeit in besonderem Maße dazu. Die Messlatte ist nicht, dass alles beim Alten bleibt, sondern dass die Verbundenheit mit Gott und anderen Menschen die Grundlage unserer Prüfung ist.

Als Wahlberechtigte haben wir schon bald eine Entscheidung zu treffen. Hoffentlich tun wir es. Hoffentlich tun wir es mit Blick auf Solidarität mit allen Menschen und nicht mit Vorurteilen Minderheiten gegenüber. Und hoffentlich tun wir es im Mut, dass mit Blick auf Wirtschaft, Klima und Natur neue Wege eher Pflichtprogramm als Übel sind.

Als Teil einer christlichen Gemeinschaft werden wir in naher Zukunft viele Veränderungen erleben. Das betrifft die Gebäude, die Gottesdienstlandschaft, die Zahl der Hauptamtlichen und vieles mehr. Tun wir es mit Mut und in der Offenheit, dass darin neue Erlebnisse mit Gott und anderen Menschen verborgen sein werden.

Ich bin Ostwestfale. Ich bin es gern. Aber: Was ich noch nicht kenne, macht auch mich neugierig. Seien Sie positiv gespannt, was 2025 für uns bereithält.


Zuerst erschienen im Westfalen-Blatt, 4. Januar 2025

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