22/06/2026 0 Kommentare
Träumen heißt nicht schlafen
Träumen heißt nicht schlafen
# Andacht

Träumen heißt nicht schlafen
In einfacher Sprache
Wort zum Sonntag von Christoph Beyer
„I have a dream.“
Das ist Englisch.
Auf Deutsch heißt das:
„Ich habe einen Traum.“
Diesen Satz sagte Martin Luther King im Jahr 1963.
Er sprach zu vielen Menschen in der Stadt :contentReference[oaicite:1]{index=1}.
Etwa 250.000 Menschen waren dort.
Sie wollten gleiche Rechte für alle Menschen.
Damals wurden Menschen mit schwarzer Hautfarbe oft schlecht behandelt.
Sie hatten nicht die gleichen Rechte wie andere Menschen.
Viele Menschen fanden das damals normal.
Martin Luther King hielt eine Rede.
Zuerst las er seinen Text vor.
Die Menschen hörten zu.
Aber sie waren nicht begeistert.
Dann rief die Sängerin :contentReference[oaicite:2]{index=2}:
„Erzähl ihnen von dem Traum!“
Da legte Martin Luther King seinen Text zur Seite.
Er sprach frei.
Und er sagte:
„Ich habe einen Traum.“
Er träumte von einer Zukunft, in der alle Menschen gleich behandelt werden.
Er sagte:
Seine Kinder sollen nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt werden.
Wichtig soll sein, wie ein Mensch ist.
Martin Luther King war Christ.
Er kannte die Geschichten der Bibel.
Er glaubte:
Gott will Gerechtigkeit.
Gott will Frieden.
Gott liebt alle Menschen.
Auch Martin Luther King sprach von einer gerechten Welt.
Er machte Menschen Mut.
Er zeigte ihnen ein Ziel.
Nach der Rede von Martin Luther King änderte sich nicht sofort alles.
Viele Menschen wurden weiter benachteiligt.
Aber die Menschen hatten nun einen Traum.
Sie hatten ein Ziel.
Und sie setzten sich dafür ein.
Träumen bedeutet hier nicht: schlafen.
Träumen bedeutet:
Ich habe ein gutes Ziel vor Augen.
Ich möchte etwas verändern.
Gute Ziele sind wichtig.
Zum Beispiel:
- Frieden
- Gerechtigkeit
- Eine gute Gemeinschaft
- Und ein gutes Miteinander
Der Weg zu diesen Zielen ist oft lang.
Aber ohne ein gutes Ziel finden wir den Weg nicht.
„I have a dream“ – Ich habe einen Traum – und mit diesem Traum hatte Martin Luther King im Jahr 1963 die Menschen begeistert und angerührt. Von seinem Traum hatte er auf einer Protestkundgebung in Washington berichtet – dort waren 250.000 Menschen zusammengekommen, um für die Gleichberechtigung in den USA zu demonstrieren. Zu dieser Zeit war wurden Menschen mit schwarzer Hautfarbe noch gezwungen, im Bus nur die hinteren Plätze zu belegen, und es wurde ihnen kein Wahlrecht zugestanden. Viele Amerikaner hielten das für normal.
Vor King sprachen viele Redner und als er dran war, las er eine kluge Rede vom Blatt ab. Die Menschen hörten ihm zu - aber ohne Begeisterung. Am Ende rief die Sängerin Mahalia Jackson ihm zu: „Erzähl ihnen von dem Traum, Martin!“ King legte das Redemanuskript aus der Hand und sprach den Schluss frei: „I have a dream“ – Ich habe einen Traum.
Mit diesem Traum hat er die Menschen begeistert: „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. Ich habe einen Traum heute.“ Und danach malt er Bilder einer Zukunft, die er sich wünscht und für die er die Menschen begeistern kann. Die Zukunft beschreibt er mit Wünschen für seine Kinder und mit Gedanken aus der Bibel. Als Baptistenprediger kannte er die Zukunftsbilder der Propheten und die Worte Jesu aus der Bergpredigt. Dort werden die Menschen seliggepriesen, die für eine Welt mit Gerechtigkeit eintreten und ganz auf Gott vertrauen. Das war der Traum, mit dem Jesus Menschen begeistert hat.
Am Tag danach änderte sich erst einmal nichts – die Unterdrückung blieb. Aber in den Menschen war ein Traum lebendig geworden und für diesen Traum haben sie gekämpft. Träumen heißt nicht schlafen. Träumen heißt, dass ich ein Ziel vor Augen habe, das ich erreichen möchte. Martin Luther King und Jesus stellen uns ein Ziel vor Augen, dass alle Menschen im Blick hat, dass zu Freiheit und Gerechtigkeit führt.
Solche Ziele brauchen wir – und die Begeisterung, dafür loszugehen. Ich wünsche Ihnen die Begeisterung für solche Ziele: Begeisterung für Menschen in ihrer Nähe, für eine gute Gemeinschaft und für Frieden. Oft ist es ein langer Weg bis zum Ziel – aber ohne ein gutes Ziel gehen wir in die falsche Richtung und kommen nirgendwo an.
Zuerst erschienen im Westfalen-Blatt, 20. Juni 2026
Kommentare