18/05/2026 0 Kommentare
Nach Himmelfahrt
Nach Himmelfahrt
# Andacht

Nach Himmelfahrt
In leichter Sprache
Auf ein Wort mit Katja Jochum
Wie wird man erwachsen im Glauben?
Die Freundinnen und Freunde von Jesus mussten das lernen.
An Christi Himmelfahrt verabschiedet sich Jesus.
Christi Himmelfahrt ist ein christlicher Feiertag.
An diesem Tag denken Menschen daran:
Jesus ist zu Gott in den Himmel zurückgekehrt.
Die Menschen merken:
Jetzt müssen wir selbst handeln.
Früher war Jesus bei ihnen.
Wenn etwas schwierig war,
konnten sie ihn fragen.
Jetzt ist Jesus nicht mehr da.
Das ist schwer.
Jesus hat auch versprochen:
Gottes Geist wird kommen.
Aber die Menschen müssen warten.
Wie wird man erwachsen im Glauben?
Ich denke an einen Sommer im Jahr 1987.
Claudia, Barbara und ich
hatten gerade die Schule beendet.
Das Studium begann erst im Herbst.
Dazwischen hatten wir Zeit.
Wir wollten nach Taizé fahren.
Das ist in Frankreich.
Dort lebt eine christliche Gemeinschaft.
Menschen aus vielen Ländern kommen dorthin.
Wir fuhren mit Claudias altem Auto
nach Frankreich.
Manche Menschen denken:
In Taizé wird nur gesungen und gebetet.
Aber dort gehört noch mehr dazu.
Alle Menschen helfen mit.
Manche schneiden Gemüse.
Andere schenken Kakao ein.
Wieder andere putzen Toiletten
oder fegen Wege.
Beten und arbeiten gehören zusammen.
Menschen aus vielen Kirchen
leben dort gemeinsam.
Noch heute kenne ich ein Lied aus Taizé:
„Laudate omnes gentes.“
Das Lied erinnert mich daran:
Menschen können zusammengehören.
Die Zeit in Taizé hat uns verändert.
Wir fühlten uns verbunden.
Gut, dass es solche Orte gibt.
Orte, an denen junge Menschen lernen:
So kann Leben gelingen.
So kann Glaube wachsen.
Dort spüren Menschen:
Gott begleitet mich.
Und ich bin nicht allein.
Diese Erfahrungen sollen nicht nur
für eine Woche gelten.
Sie sollen auch im Alltag helfen.
Denn es macht einen Unterschied,
was Menschen hoffen,
denken
und tun.
Gut, dass Jesus Gottes Geist verspricht.
An Pfingsten kommt dieser Geist.
Gottes Geist hilft uns:
Erwachsen zu werden im Glauben.
Und Antworten auf Gott zu finden.
Gott schaut uns liebevoll an.
Wie geht das – erwachsen werden im Glauben? Die Freunde und Freundinnen Jesu lernen das. Am Himmelfahrtstag hat er sich verabschiedet. Die, die zurückbleiben, spüren: Jetzt werden sie endgültig von Hörenden zu Handelnden. Nicht, dass sie das nicht schon vorher gewesen wären. Aber jetzt ist er nicht mehr da. Jesus, den sie vorschicken konnten, wenn es schwierig wurde. Und der Geist, den er so vollmundig angekündigt hat, lässt auf sich warten.
Wie geht das – erwachsen werden im Glauben? Ich erinnere mich an Tage im Sommer '87. Claudia, Barbara und ich. Das Abi lag hinter uns. Im Oktober sollte das Studium beginnen. Zwischenzeit. Wir hatten schon so viel von Taizé gehört, dieser geistlichen Gemeinschaft, die Menschen aus aller Welt willkommen heißt. Nun machten wir uns selbst auf den Weg in Richtung Burgund – in Claudias klappriger Ente.
Manche denken, Taizé bedeutet, von morgens bis abends zu singen und zu beten. Gewissermaßen ist das auch so. Aber es ist ein geerdetes Beten. Neben den Zeiten, in denen Gottesdienste gefeiert werden, Gelegenheit ist zum Austausch über Bibelstellen und Glaubensfragen, freien Zeiten, gibt es feste Aufgaben, die allen zugeteilt sind. Gemüse schnippeln, Kakao einschenken, Toiletten und Waschräume putzen. Plätze fegen. Aufräumen. Bete und arbeite. Ora et labora. Das alles in der Weite und Vielfalt ökumenischer Gemeinschaft. Noch heute, wenn ich „Laudate omnes gentes“ singe, scheint in den Tönen das Bild dieses Versprechens auf, "dass alle eins seien…". Wir kamen berührt zurück. In einer besonderen Form verbunden, das miteinander erlebt zu haben.
Gut, dass es solche Orte wie Taizé gibt. Fern und nah. Orte, die Menschen, die gerade erwachsen werden, davon erzählen, wie sie ihren Platz finden – im Leben, im eigenen und verbundenen Glauben, begleitet von Segen. Miteinander. Orte, die die Sehnsucht stärken, damit nicht nur wochenweise verbunden zu sein, sondern sie im Alltag zu finden. Die uns ermutigen, lebendiges Widerwort zu werden gegen Zwangsläufigkeiten.
Es macht einen Unterschied, was du hoffst, denkst und tust. Gut, dass Jesus den Gottesgeist ankündigt. Der Pfingsten kommen soll. Der uns hilft. Erwachsen zu werden im Glauben – und Formen zu suchen und zu finden, die auf Gott, der uns liebevoll anschaut, antworten. Ganz herzlich verbunden!
Zuerst erschienen in der Neuen Westfälischen, 16. Mai 2026
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