von Pfarrer Hartmut Birkelbach, gehalten am 03.01.2011 im Kreiskirchenamt, Bad Oeynhausen.
110105 Jahreslosung
Beim Nachdenken über das biblische Losungswort für das neue Jahr 2011 fiel mir eine Szene aus dem familiären Zusammenleben in früheren Jahren ein: immer, wenn es unter meinen Kindern Streit gab, mehr oder weniger heftige und manchmal auch tätliche Auseinandersetzungen, dann hieß es früher oder später: „Aber der oder die hat angefangen". Das eigene Verhalten - auch wenn es noch so problematisch war - und der ganze Konflikt - auch wenn er noch so schlimm eskalierte - wurde damit gerechtfertigt, dass man den oder die benennen konnte, der oder die zuerst ‚böse' war und mit dem Ganzen angefangen hatte. Ich habe dann immer gesagt: „Mich interessiert nicht, wer angefangen hat, sondern mich interessiert nur, wer aufhört!"

Pfarrer Hartmut Birkelbach

Ich fand diesen Satz ziemlich weise, und so viel ich als Vater im Umgang mit meinen Kindern falsch gemacht habe - dieser erzieherische Ansatz war vielleicht nicht schlecht und hat uns zumindest meistens geholfen, die aufgeheizte Stimmung abzukühlen und den Konflikt aus der Welt zu räumen. Gleichzeitig war und ist mir nur zu sehr bewusst, dass es da nicht um irgendwelchen „Kinderkram" ging, und wir uns in unserem Erwachsenenleben oft auch nicht anders verhalten - und ich vorneweg: wie gerne rechtfertige ich mein Verhalten, das nicht in Ordnung ist, damit, dass ich auf das verweise, was Andere tun oder mir angetan haben; wie oft eskalieren da Auseinandersetzungen und Konflikte durch die Haltung, dass ich mir ja wohl nicht gefallen lassen kann, was mir Böses widerfahren ist, sondern ich das natürlich heimzahle; wie schnell erscheint uns allen da auch offenkundig Böses dadurch gerechtfertigt, dass man sich doch nur verteidigt und die eigenen Interessen behauptet - und das nicht nur „im Kleinen", in unserem familiären und beruflichen Alltag, sondern auch in gesellschaftlichen Zusammenhängen und im Miteinander der Völker!? 

 

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Gedanken zum Jahreswechsel von Pfarrer Ralf Steiner, Vlotho Exter

„Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz..." So dichtete Eleonore Reuß Ende des 19. Jahrhunderts.

Pfarrer Ralf Steiner

Wie anders halten wir es heute: mit Böllern und Getöse werden nach heidnischer Sitte die bösen Geister ausgetrieben, es wird ordentlich „Party gemacht". Der Jahreswechsel im 21. Jahrhundert ist nicht still, sondern laut und riecht nach Schwarzpulver und Alkohol. Nicht allen Menschen gefällt das, den Tieren schon gar nicht.

Immer mehr Zeitgenossen suchen Momente der nachdenklichen Stille, suchen Trost, Halt und Orientierung. Unsere Kirchengemeinden bieten zur Jahreswende Gottesdienste - an Silvester und am Neujahrstag. Besinnliche Feiern, in denen wir das Abendmahl feiern, uns der spürbaren Nähe Gottes vergewissern, Jahresrückblick halten und in Hoffnung und Demut nach vorn schauen.

 

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