Gemeinsam Neues wagen

Frischer Wind: Assessor Lars Kunkel (v.l.), Pfarrer Ralf Steiner, Stefanie Schröder und Pfarrer Winfried Reuter nach dem Gottesdienst zur Vereinigung der Gemeinden Exter und Bonneberg an der Windmühle.scs/Exter. Festlich und fröhlich haben die Gemeinden Bonneberg und Exter an der Exteraner Windmühle ihren Zusammenschluss gefeiert. Viele Gemeindemitglieder und Ehrengäste waren zum Festgottesdienst gekommen. Von beiden Kirchen aus hatten sich Gruppen zu Fuß auf den Weg gemacht. 

Wir feiern heute Hochzeit, allerdings nicht persönlich“, scherzte Pfarrer Ralf Steiner und eröffnete gemeinsam mit Stefanie Schröder, Vorsitzende des Bonneberger Presbyteriums, den Gottesdienst, nachdem die vereinigten Posaunenchöre der beiden Gemeinden Mendelssohns bekannten Hochzeitsmarsch musiziert hatten. „Ein langer Weg liegt hinter uns. Die Frage nach der Zukunft war ein schweres Ringen mit vielen Emotionen, Hoffnungen und auch Rückschlägen“, sagte Assessor Pfarrer Lars Kunkel. Ende 2015 wurde Pfarrer Streich in den Ruhestand verabschiedet. Danach blieb die Pfarrstelle unbesetzt. „Eine kleine Gemeinde, aber mit ganz viel Glaubenskraft“, sagte Lars Kunkel beeindruckt. Er dankte Stefanie Schröder, stellvertretend für das Presbyterium, und Pfarrer Winfried Reuter, der Seelsorge und Konfirmandenunterricht übernommen hatte, für den „unermüdlichen Einsatz“, ohne den der Gemeinde Bonneberg sicher „die Puste ausgegangen“ wäre. Ebenso dankte er Pfarrer Ralf Steiner und den Presbytern der bisherigen Kirchengemeinde Exter für ihre Bereitschaft, „etwas Neues zu wagen. Der Atem Gottes, der Windhauch des Heiligen Geistes soll die treibende Kraft für die neue Gemeinde sein“, wünschte er und spielte dabei auf die Mühle als Gottesdienstort an. Nach seiner Festansprache überreichte der stellvertretende Superintendent die Urkunde zur Gemeindefusion an Pfarrer Steiner und Stefanie Schröder.

Nach einem Anspiel, bei dem humorvoll ganz unterschiedliche Stimmen zum Zusammenschluss in Szene gesetzt wurden, und einem Lied der Kindergartenkinder nahm Pfarrer Steiner in seiner Predigt das biblische Bild von einem Leib mit vielen Gliedern auf. Nach dem Gottesdienst überbrachten Landrat Jürgen Müller, Vlothos Bürgermeister Rocco Wilken und Pfarrerin Renate Wefers, Vorsitzende der Regionalkonferenz Vlotho und Uffeln, Grüße und gute Wünsche für das Zusammenwachsen. Anschließend wurde rings um die Mühle Gemeindefest gefeiert. „Es gab viele gute Gründe, diesen Gottesdienst an der Mühle zu feiern“, sagte Pfarrer Reuter. 

Ich habe Lust, Pfarrer der neuen Gemeinde zu sein“, sagte Ralf Steiner im Gespräch. „Wenn wir mit den Christen im weit entfernten Tambarare freundschaftlich verbunden sind, müsste es in der Nachbarschaft bei allen Unterschieden doch erst recht gelingen, uns zu respektieren. Sonst können wir mit unserem Glauben einpacken. Das heutige Fest, bei dem viele Menschen mitgewirkt haben, ist ein schönes Signal.Gottes Geist bringt die Menschen zusammen und überwindet Gräben. Das muss jetzt gelebt werden,“, sagte er. Nach fast fünf Jahren Planungszeit „müssen jetzt die guten Worte in die Tat umgesetzt werden, auch wenn es nicht von heute auf morgen gehen wird“, bekräftigte Pfarrer Winfried Reuter. Freundschaften wurden bereits während des Prozesses unter den Musikern geschlossen. „Je mehr wir sind, desto besser, hieß es in den Chören, die jetzt wieder in ausreichender Besetzung singen und spielen können“, berichtete Pfarrer Steiner. Er hofft, dass viele Menschen Lust auf die neue Herausforderung des Zusammenwachsens haben und „unterm Strich alle sagen können, wir haben dazu gewonnen, auch wenn wir mal Rückschläge wegstecken müssen.“

 

Foto (Sandra Siegemund): Frischer Wind: Assessor Lars Kunkel (v.l.), Pfarrer Ralf Steiner, Stefanie Schröder und Pfarrer Winfried Reuter nach dem Gottesdienst zur Vereinigung der Gemeinden Exter und Bonneberg an der Windmühle.