Evangelischer Kirchenkreis Vlotho diskutierte in Löhne

Intensive Diskussionen auf der Kreissynode: Superintendent Andreas Huneke (Mitte) mit seinen beiden Stellvertretern Pfarrer Lars Kunkel (Bad Oeynhausen) und Pfarrer Joachim Schierbaum (Porta Westfalica).RL/Löhne. Mit Fragen der Migration und Integration beschäftigten sich die Delegierten der evangelischen Kirchengemeinden der Städte Bad Oeynhausen, Löhne, Porta Westfalica und Vlotho im Gemeindehaus auf dem Wittel in Löhne. Zu einer breiten Diskussion und konkreten Handlungsvorschlägen hatte die westfälische Landeskirche alle Kirchengemeinden und Arbeitsbereiche aufgerufen. Pfarrer Christian Hohmann (Bad Oeynhausen) vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) führte in das Thema ein.

Kaum ein Tag vergehe, so Hohmann, an dem nicht in den Medien über Flucht, Migration und Integration debattiert werde. Mit einem Diskussionspapier rufe die Kirchenleitung in Bielefeld die Gemeinden und die breite Öffentlichkeit dazu auf, sich verstärkt an Überlegungen zu beteiligen, wie in der Gesellschaft und eben auch im kirchlichen Bereich mit den Fragen und Chancen der Zuwanderung umzugehen sei. Nach der diakonischen Erstversorgung Geflüchteter, die meist gut gelungen sei, ergäben sich nun viele Fragen, aber auch Chancen für das gemeinsame Leben in Deutschland, benannte Hohmann die Zielrichtung des Diskussionsprozesses.

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho tagte auf dem Wittel in Löhne.

Die leitende Theologin der westfälischen Landeskirche, Präses Annette Kurschus, hatte jüngst geschrieben: „Es verbietet sich, Fremdheit von vornherein als Bedrohung abzuwehren und Migration und Flucht ausschließlich als Problem zu verstehen.“ Im Fremden beschenke Christus als Herr der Kirche die Kirche mit sich selbst. Diese leise Ahnung, diese kräftige Provokation, diese tiefe Verheißung sei auch in der Evangelischen Kirche von Westfalen angekommen, so Kurschus. 

Die Kreissynode verabschiedete eine Resolution, in der die Landeskirche unter anderem aufgefordert wird, die kirchliche Integrationsarbeit vor Ort zu stärken. Als Beispiel wird in dem Beschluss die Anstellung von sog. Kontaktpersonen in den zahlreichen evangelischen Kindertagesstätten genannt, die für die Integrationsarbeit zwischen Eltern und Kindern mit Migrationshintergrund und den Erzieherinnen zuständig ist.

Schließlich nahmen die Gemeindevertreterinnen und -vertreter den Situationsbericht des Superintendenten Andreas Huneke entgegen. Der Veränderungsdruck in der Kirche lasse nicht nach, so Huneke. In Bad Oeynhausen hätten sich die nördlichen und südlichen Gemeinden nun in zwei Gruppen aufgeteilt, berichtete Huneke. Wegen des Mitgliederschwundes, dem Nachwuchsmangel im Pfarrberuf und dem auf Dauer viel zu hohen Gebäudebestand suchten sie „nach einer gemeinsamen Lösung“. In den anderen Städten des Kirchenkreises gebe es ähnliche Diskussionen.

Außerdem teilte Huneke der Synode mit, dass er im kommenden Jahr, in dem die Neu- bzw. Wiederwahl des leitenden Theologen im Kirchenkreis ansteht, nicht wieder kandidieren, sondern aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand gehen werde. Nach der Sommerpause im kommenden Jahr stehe damit die Neubesetzung der Kirchenkreisleitung an.

 

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