Fortbildung für den Besuchsdienst der Klinikseelsorge

Engagiert: Klinikseelsorgerin Antje Freitag (li.) mit Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes der Klinikseelsorge bei der Fortbildung über Gerechtigkeit. scs/Bad Oeynhausen. Fragen zum Thema Gerechtigkeit beschäftigen die Menschen in vielen Bereichen des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens. Zum Vortrag „Was ist gerecht? Allen das Gleiche – Jedem das Seine“ mit anschließendem Austausch trafen sich Ehrenamtliche, die im Besuchsdienst der Klinikseelsorge engagiert sind, im Gemeindehaus auf der Lohe.

„Die Frage, was gerecht ist, tritt beispielsweise in der Justiz, Bildungs- und Gesundheitswesen, der Gleichstellung von Mann und Frau und bei der Verteilung eines Erbes auf“, zählte Referentin Antje Freitag auf. In ihrem Vortrag sprach die Klinikseelsorgerin auch über verschiedene Formen von Gerechtigkeit, „wie Leistungsgerechtigkeit und ausgleichende Gerechtigkeit im Sinn gleicher Chancen“.

Anhand des biblischen Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg, die trotz unterschiedlicher Arbeit denselben Lohn erhielten, erörterte sie die beiden Prinzipien von „Allen das Gleiche“ und „Jedem das Seine“, wo anhand des persönlichen Bedarfs aufgeteilt wird. Ihren Vortrag illustrierte sie mit verschiedenen anschaulichen Beispielen. „Wenn drei verschieden große Kinder über eine Mauer schauen wollen, brauchen sie unterschiedlich hohe Hocker, um dasselbe Ziel zu erreichen“, erläuterte sie.

„Gerechtigkeit ist immer ein brisantes Thema. Ganz besonders, wenn etwas knapp ist. Sie betrifft auch unsere Arbeit, beispielsweise wenn wir Patienten im Herzzentrum besuchen und die Frage aufkommt, nach welche Kriterien die Organe vergeben werden“, sagte die Pfarrerin. „Die Gesellschaft steht in der Verantwortung, für Gerechtigkeit zu sorgen. Das ist auch im Grundgesetz in Artikel 1 verankert. Wichtig ist, die beiden Prinzipien ins Gleichgewicht zu bringen. Da die Menschen verschieden sind, kann nicht von jedem dasselbe erwartet werden. Doch alle sind Gottes Ebenbild, wie in der Schöpfungsgeschichte geschrieben steht.“ Nach dem Vortrag wurde in kleinen Gruppen noch intensiv diskutiert.

Einmal wöchentlich sind die Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes der Klinikseelsorge auf den Stationen der Akutkrankenhäuser und Rehakliniken der Kurstadt zu Gast. „Viele Patienten freuen sich über den Besuch. Im Gegensatz zum Personal haben die Damen Zeit, auch für ein längeres Gespräch“, so Antje Freitag. Die Klinikseelsorger begleiten die Arbeit der Ehrenamtlichen. „Wir starten mit einer gemeinsamen Runde. Und wir haben ein offenes Ohr für unsere Besuchsdienstler, wenn diese nach einem Patientenbesuch selbst Gesprächsbedarf haben.“

 

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