Kreissynode tagte in Vlotho Valdorf

Superintendent Andreas Huneke berichtete sichtlich bewegt von seinen Eindrücken bei einer Reise zu einem sog. „Hot Spot“ auf der Insel Lampedusa in Italien.RL/Vlotho. Der Evangelische Kirchenkreis Vlotho unterstützt mit Nachdruck eine Initiative zur Einrichtung sogenannter humanitärer Korridore für die sichere Einreise von Flüchtlinge nach Europa. Die Synodalen beschlossen auf der Sommersynode einstimmig eine entsprechende Resolution.

Superintendent Andreas Huneke, der auch nebenamtlich Mitglied der Kirchenleitung ist, berichtete sichtlich bewegt von seinen Eindrücken auf einer Delegationsreise der Evangelischen Kirche von Westfalen (EkvW) nach Süditalien. Unter anderem hatte Huneke einen der Aufnahmepunkte für Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa, dem südlichsten Punkt Europas 120 km vor der nordafrikanischen Küste, besucht. „Es ist ein menschliches Drama“, sagte Huneke. Es gehe für ihn hier nicht um ein politisches Problem, sondern vorrangig um die Rettung von Menschenleben.

Seit Jahresbeginn sind mehr als 1.300 Menschen im Mittelmeer ertrunken.Seit Jahresbeginn sind mehr als 1.300 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Der Bund der Protestantischen Kirchen Italiens hat mit seinem Programm „Mediterranean Hope“, zunächst von der italienischen Regierung 1.000 „humanitäre Visa“ erhalten, mit denen vor allem allein reisende Frauen mit Kindern, unbegleitete Jugendliche sowie Menschen mit Behinderungen aus Syrien und Nordafrika sicher nach Europa gebracht werden konnten. Die „Humanitären Korridore“ seien wichtig, weil sie wenigstens die schwachen und schutzbedürftigen Menschen aus den Händen des organisierten Verbrechens befreiten, sagte Huneke. Inzwischen habe sich auch Frankreich diesem Modell angeschlossen. Gespräche mit der Bundesregierung seien ebenfalls begonnen worden. Der in Valdorf verabschiedete Antrag bittet nun mit Nachdruck die Landeskirche, sich schnell für eine Übertragung des Modells der Humanitären Korridore auf Deutschland einzusetzen.

Landeskirchenrat Dr. Vicco von Bülow gab erste Ergebnisse der Visitation des Kirchenkreises bekannt.Im Mai dieses Jahres hatte eine Visitation der Landeskirche im Kirchenkreis stattgefunden. Insgesamt 63 Termine hatten die Fachleute im Kirchenkreis wahrgenommen, um sich einen Eindruck von der Arbeit zu verschaffen. Dr. Vicco von Bülow, zuständiger theologischer Dezernent, berichtete über erste Ergebnisse. Der Kirchenkreis Vlotho sei gut aufgestellt, sagte von Bülow. Es sei spürbar, dass in dieser Region die Kirche in Stadt und Land präsent sei. Demographische und personelle Engpässe würden aber bereits sichtbar, die in anderen Gegenden schon viel dramatischer seien. Schmerzgrenzen stünden in Ostwestfalen noch bevor, die bei anderen schon längst überschritten seien. „Viele Aufgaben werden in Zukunft nicht mehr in bisherigem Umfang getan werden können“, sagte von Bülow. Aber bei der Visitation habe man den Eindruck gewonnen, dass der Kirchenkreis die Änderungen aktiv gestalten werde. Das spürbar intensive Wir-Gefühl und eine Kirchenkreisleitung, die großes Vertrauen bei den Mitarbeitenden genieße, seien bei den anstehenden Veränderungen sicher hilfreich, betonte von Bülow abschließend.

Dorothee Holzmeier, Kindergartenfachberaterin des Kirchenkreises, berichtete von zunehmendem Bedarf in der Unterstützung von Kindern mit verzögerter Entwicklung von Sprache und Verhalten.In einem weiteren Tagesordnungspunkt berichtete Dorothee Holzmeier, Kindergartenfachberaterin des Kirchenkreises, über die Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderungen in den 22 evangelischen Einrichtungen. „Die Anzahl der Kinder mit Integrationsbedarf hat sich in den letzten Jahren verdoppelt“, sagte Holzmeier. Die Zahl der Kinder, die in ihrer Entwicklung im Sprechen und mit Verhaltensauffälligkeiten verzögert seien, nehme weiter zu. Die Planung dieser Aufgaben sei aufgrund ständig sich ändernder staatlicher Rahmenbedingungen außerordentlich schwierig, klagte Holzmeier.

Die Kreissynode nahm außerdem einen ersten Bericht über die neu eingerichtete Arbeitsstelle „Seelsorge im Alter“ entgegen. Die Synodalen beschlossen, finanzielle Möglichkeiten zu prüfen, die bisher auf zwei Jahre befristete Stelle der zuständigen Diakonin Ina Rohleder über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern. Endgültig soll darüber auf der kommenden Herbstsynode befunden werden. Schließlich berichtete Pfarrer Markus Freitag von den Vorbereitungen der nächsten Reise einer Delegation in den Partnerkirchenkreis nach Tansania, die für September 2017 geplant ist.

Die nächste Synode tagt am 12. Oktober und wird sich mit den Finanzen des Kirchenkreises beschäftigen.

 

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