Visitation: Präses Annette Kurschus trifft Bürgermeister

Gespräch mit den Bürgermeistern der vier Städte im Kirchenkreis. | Foto: Andreas DuderstedtAD/Bad Oeynhausen. Kirche ist eine Klammer in der Gesellschaft, die von sozialer Spaltung bedroht ist. Dieser Aussage von Bernd Poggemöller, dem Bürgermeister von Löhne, stimmten auch seine Kollegen zu. Präses Annette Kurschus hat sich mit den Bürgermeistern der Region über kommunalpolitische Fragen, Wirtschaft, Soziales und Kultur ausgetauscht. Dabei wurde deutlich, wie gut der „kurze Draht“ zwischen Kirche und Kommunalpolitik im Kirchenkreis Vlotho funktioniert. Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) traf sich am Dienstag (9.5.) im Kreiskirchenamt im Rahmen der landeskirchlichen Visitation mit den Stadtoberhäuptern.

Der enge Kontakt bewähre sich in vielerlei Fragen, etwa bei Kindergärten oder bei der Hilfe für Flüchtlinge, aber auch in kleinen Dingen wie Geburtstagsbesuchen durch Pfarrer und Bürgermeister, sagte Achim Wilmsmeier (Bad Oeynhausen). Sein Kollege Bernd Hedtmann aus Porta Westfalica zollte den Pfarrern in seiner Stadt größten Respekt: „Sie sind immer und zu jedem Thema ansprechbar.“ Besonders wertvoll sei das bei der Notfallseelsorge, aber auch in der Kooperation zwischen städtischem Jugendamt und Kirche.

Rocco Wilken (Vlotho) betonte: „Bei uns ist die Kirche noch im Dorf.“ Es gebe im ländlichen Raum zwei Institutionen, die für gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgten: die Kirche und die Sportvereine. Dennoch, gab Bernd Hedtmann zu bedenken, werde es immer schwieriger, für die Vereine langfristig engagierte Ehrenamtliche zu finden. Für zeitlich begrenzte Projekte setzen sich dagegen durchaus viele Menschen ein – von diesem Wandel des Ehrenamts seien Vereine und Kirchengemeinden gleichermaßen betroffen.

Angesichts sinkender Mitgliederzahlen sind die Kirchengemeinden verstärkt auf Kooperation und Zusammenschlüsse angewiesen. Bernd Poggemöller lobte die Bereitschaft, sich auf solche Umstrukturierungen einzulassen: „Von Kirchturmdenken keine Spur – von dieser Offenheit könnten sich die Städte eine Scheibe abschneiden.“

Bei der Visitation ist noch bis Donnerstag ist ein Team von 20 Fachleuten aus den verschiedenen Arbeitsbereichen der EKvW unter Leitung von Präses Annette Kurschus im Kirchenkreis unterwegs, um ihn mit sachkundigem Blick von außen genau zu betrachten, nachzufragen und konstruktive Vorschläge zu machen.

An dem Gespräch nahmen außerdem teil:

• Superintendent Andreas Huneke
• Dr. Michael Bertrams, nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung und früherer Präsident des Verfassungsgerichtshofes und des Oberverwaltungsgerichtes für das Land NRW
• Dr. Thomas Heinrich, Jurist im Landeskirchenamt Bielefeld
• Stefan Berk, Superintendent des Kirchenkreises Wittgenstein
• Dr. Jan-Dirk Döhling, persönlicher Referent der Präses.

 

Siehe auch: