Fachtagung zu einer besonderen Kindergartenpädagogik

Interessante Tagung zu einer besonderen Kindergartenpädagogik: v.l. der Reformpädagoge Prof. Dr. Tassilo Knauf aus Duisburg, Dorothee Holzmeier vom Kirchenkreis Vlotho, Karola Rottmann vom Kindergarten Pusteblume auf der Lohe und Sonja Marnette vom Vorstand des Vereins Dialog Reggio.RL/Bad Oeynhausen. Zahlreiche Erzieherinnen aus ganz NRW und darüber hinaus waren der Einladung von Dorothee Holzmeier, Kindergartenfachberaterin des Kirchenkreises Vlotho, zu einer Fachtagung ins evangelische Gemeindehaus auf der Lohe in Bad Oeynhausen gefolgt, um mehr über die Reggio-Pädagogik, einen besonderen Ansatz der Kindergartenarbeit, zu erfahren. Holzmeier hatte als Referenten zu dem Thema unter anderem den emeritierten Professor Dr. Tassilo Knauf aus Duisburg gewinnen können, der sich in Deutschland seit vielen Jahren mit der Pädagogik der frühen Kindheit beschäftigt. Knauf ist auch Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins Dialog Reggio, der diesen Ansatz in Deutschland fördert.

„Ein wesentlicher Grundsatz der Reggio-Pädagogik ist es, die Kinder nicht passiv zu lehren, sondern aktive Kinder zu unterstützen, ihnen Impulse zu geben, damit sie Lösungen selbst finden“, sagte Knauf. Das Kind wolle sich aktiv mit der gegenständlichen und sozialen Welt, mit seiner eigenen Person, seinem Körper, seinen Gefühlen und seinen Bedürfnissen auseinandersetzen. Erzieher sollten das Kind nicht in feste Lernprozesse pressen, sondern ihren Forschungs- und Wissensdrang unterstützen. Deshalb würden in einer nach Reggio ausgerichteten Einrichtung auch besondere Anforderungen gestellt an die Arbeit der Mitarbeitenden, das angebotene Spielzeug und die Ausstattung der Räume. In Reggio-Kindergärten gebe es zum Beispiel einen Baubereich, ein Atelier, einen Musik-, Theater- und Bewegungsraum sowie einen Forscherbereich.

Sonja Marnette vom Vorstand des Vereins Dialog Reggio erläuterte anschaulich das besondere Raumkonzept eines Reggio-Kindergartens: „Der Raum im Kindergarten ist der 3. Erzieher“, sagte sie. Kinder brauchten einerseits eine feste Umgebung als Orientierungshilfe, auf der anderen Seite viele Bereiche, in denen sie ihrem Forscherdrang nachgehen könnten. Mal brauchten Kinder die Nähe und Wärme einer Gemeinschaft, mal suchten sie die Freiheit, loszugehen und Neues auszuprobieren.

Nach einer Mittagspause konnten sich die rund 60 Teilnehmenden vor Ort über einen Reggio-Kindergarten informieren. Karola Rottmann, Leiterin der Pusteblume, gab mit ihrem Team Antworten aus der Praxis, denn der Kindergarten Pusteblume der Kirchengemeinde Lohe arbeitet als einziger im Kirchenkreis Vlotho nach diesem Konzept. „In ganz Ostwestfalen gibt es sonst bisher keine Einrichtung, die nach dieser Reformpädagogik arbeitet“, berichtete Kindergartenfachberaterin Dorothee Holzmeier. Die gute Resonanz auf die Einladung zu der Fachtagung zeige aber das große Interesse vieler an diesem Ansatz. Weitere Informationen unter www.dialog-reggio.de

 

Siehe auch: