TelefonSeelsorge informiert am Welttag der Suizidprävention

Pfarrerin Petra Henning wird am kommenden Samstag, 10.9.2016, mit ihrem Team in der Fußgängerzone am Schweinebrunnen in Bad Oeynhausen auf das Tabu-Thema Suizid aufmerksam machen.RL/Bad Oeynhausen. Jedes Jahr sterben in Deutschland ungefähr 10.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen ums Leben kommen. Weit mehr als 100.000 Menschen erleiden jedes Jahr den Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid.

Um die Öffentlichkeit auf die weitgehend verdrängte Problematik und Not vieler Menschen aufmerksam zu machen, wird alljährlich am 10. September der Welttag der Suizidprävention veranstaltet. In Bad Oeynhausen wird Pfarrerin Petra Henning von der TelefonSeelsorge Ostwestfalen am kommenden Samstag, dem 10.9.2016 ab 10.00 Uhr mit ihrem Team in der Fußgängerzone am Schweinebrunnen mit einem Infostand auf dieses Problem aufmerksam machen. „Suizid unterliegt bei uns immer noch einem Tabu“, so die Seelsorgerin. Da gelte es, aufzuklären.

v.l. Sabine Scholz-Hörstmann und Petra Henning von der TelefonSeelsorge Ostwestfalen am Standort Bad Oeynhausen nahmen mit einigen weiteren Teammitgliedern am Weltkongress der Telefonseelsorge teil, der im Juli dieses Jahres in Aachen stattfand.

Eine neue Broschüre mit dem Titel „Suizidprävention – damit das Leben weitergeht“, die an vielen öffentlichen Stellen bereits ausliegt, ist gerade von der TelefonSeelsorge herausgebracht worden und wird auch an dem Samstag in Bad Oeynhausen präsentiert. „Die TelefonSeelsorge nahm im Jahr 2015 etwa 56.000 Gespräche entgegen, in denen Menschen von Suizid, suizidalen Absichten oder Erfahrungen sprachen. In etwa 60 Prozent dieser Gespräche wurde mit Anrufenden wiederholt gesprochen“, berichtet Petra Henning. Prävention erfordere ein offenes Ohr, ein vertrauendes Herz und eine dargereichte Hand. Es gehe darum, „auch Ungesagtes im Gespräch zu hören und einfühlsam darauf einzugehen.“

Die beiden großen christlichen Kirchen unterhalten mit Unterstützung der Deutschen Telekom seit 1956 die Telefonseelsorge in Deutschland. In Notlagen geratenen Menschen telefonisch oder auch per Webmail oder Chat im Internet Beistand und Hilfe zu leisten, ist dabei das Ziel. Mittlerweile gibt es ein Netzwerk von bundesweit 105 Stellen. Ostwestfalen ist seit 1974 mit drei Standorten dabei. Im ersten Halbjahr 2016 nahmen sie 27.626 Anrufe
entgegen. Daraus sind 16.108 Seelsorge- und Beratungsgespräche entstanden. Deutschlandweit werden pro Jahr etwa 1.800.000 Beratungsgespräche geführt.

Zum 60-jährigen Bestehen fand in Deutschland Ende Juli der Weltkongress der TelefonSeelsorge in Aachen statt, auf dem sich auch Pfarrerin Henning und einige ihrer Kolleginnen mit zwei Workshop-Angeboten beteiligten, bei denen es unter anderem um die Frage ging, wie jemand mit dem Suizid eines Angehörigen umgehen kann: „Wie soll es für mich denn weitergehen?“ „Der Kongress war für uns alle sehr ermutigend“, schaut Henning zurück, „vor allem, weil wir miterleben konnten, wie viele Ehrenamtliche sich weltweit mit viel persönlichem Einsatz um diese wichtige Aufgabe kümmern.“

Dateien:
Telefonseelsorge: Suizidprävention - Damit das Leben weitergeht. Beliebt

Broschüre der Telefonseelsorge zur Suizidprävention: Damit das Leben weitergeht.

Datum 23.08.2016 Dateigröße 220.11 KB Download 994 Download

 

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