Frauenhilfen aus Wehrendorf und Valdorf besuchten Fischbeck
Die Frauenhilfen aus Valdorf und Wehrendorf haben gemeinsam mit Pfarrer Rainer Labie einen Ausflug ins Frauenstift Fischbeck unternommen. Wie das Leben in dieser religiösen Gemeinschaft aussieht, konnten sie eingehend studieren.RL/Vlotho. „Drei Bedingungen muss man vor allem erfüllen, um im Frauenstift Fischbeck aufgenommen zu werden: Man muss finanziell unabhängig sein, alleinstehend und in der Lage, einen eigenen Haushalt zu führen", erklärte Frau von Wendorff, die die Besucherinnen der Frauenhilfen aus Wehrendorf und Valdorf an einem sonnigen Mittwochnachmittag durch das Stift in Fischbeck führte, dem schmucken Ort, der zu Hessisch-Oldendorf gehört, zwischen Rinteln und Hameln gelegen.

Wenn es einem in dieser evangelischen Lebensgemeinschaft nicht gefalle, könne man auch wieder austreten, erläuterte die Führerin die Gepflogenheiten dieser nicht ganz alltägliche Lebensform. Das komme auch durchaus manchmal vor, ergänzte sie. Ein Frauenstift sei also kein Kloster, sondern eine religiöse Lebensgemeinschaft für Frauen, die ohne Ablegung von Gelübden in einer klosterähnlichen Anlage leben.


Das Stift Fischbeck wurde schon 955 durch die adlige Helmburgis gegründet. Das Grundstück schenkte ihr König Otto I., der das Stift als unabhängiges Schutzkloster unter seinen Schutz stellte. 1147 ging Fischbeck in den Besitz der Benediktinerabtei Corvey über, konnte aber mit Unterstützung Heinrichs des Löwen seine Unabhängigkeit bewahren. Zur Zeit der Reformation wurde es evangelisch und das ist es bis heute geblieben, wo es zur Klosterkammer in Hannover gehört. Neuerdings hat das Stift auch eine kleine Pilgerherberge, denn hier führt der vor einigen Jahren von der Evangelischen Kirche eröffnete Zisterzienserweg vorbei, der von Kloster Loccum in gut 300 km nach Volkenroda führt.

Nach der ausführlichen Besichtigung einiger der Gebäude und der Stiftskirche mit dem wertvollen Wandteppich aus dem Jahre 1583, sammelten sich die Frauen bei Kaffee und Kuchen im benachbarten Stifts-Café. „Demnächst werden 5 neue Bewerberinnen ins Stift einziehen", hatte die Führerin zum Schluss ihres Vortrags berichtet. Wehrendorfs Pfarrer Rainer Labie war dann aber doch ganz erleichtert, als er vor der Heimfahrt durchzählte und die Frauen vollzählig wieder im Bus saßen. Obwohl es ein schöner Nachmittag war, wollen alle lieber weiter in Valdorf und Wehrendorf wohnen.


 

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