Eindrücklicher Bericht von Christen aus Palästina
Beeindruckender Bericht aus Palästina: v.r. Marlene und Johnny Shahwan, Tochter Melissa mit Lucinda und Schwiegersohn Andres.RL/Vlotho. Johnny Shahwan, Missionar aus Israel, seine Frau Marlene, Tochter Melissa und Schwiegersohn Andres berichteten auf einem Missionsabend im bis auf den letzten Platz besetzten Wehrendorfer Gemeindehaus von ihrer Arbeit in der Stadt Beit Jala in der Provinz Bethlehem nahe der israelischen Hauptstadt Jerusalem. Der EC Wehrendorf hatte zusammen mit der Kirchengemeinde zu dem Abend eingeladen.

Bereits in den neunziger Jahren hatte der palästinensische Christ Johnny Shahwan in seinem überwiegend muslimischen Heimatort mit dem Aufbau eines christlichen Begegnungszentrums begonnen. „Gott hat dabei immer seine Finger im Spiel gehabt", wusste er überzeugend zu berichten. Schnell seien die Räume für die Arbeit mit Kindern zu klein geworden. Während der kriegerischen Zweiten Intifada im Herbst des Jahres 2000 wurde deshalb mit vielen freiwilligen Helfern unter schwersten Bedingungen ein Erweiterungsbau begonnen.

„Manchmal hatten wir während dieser Zeit fast den ganzen Tag Ausgangssperre", erinnerte sich Shahwans deutsche Frau Marlene. Wenn die Sperre für ein paar Stunden aufgehoben wurde, seien alle immer schnell zur Baustelle geeilt und hätten weitergearbeitet. So sei „Beit Al Liqa'", ein christliches Schulungs- und Freizeitzentrum entstanden, in dem heute auf vielfache Weise eine christliche Begleitung von Kindern und Familien erfolgt. „Da die meisten Palästinenser die Autonomiegebiete nicht verlassen dürfen", so Marlene Shahwan weiter, „ist unser Zentrum für viele die einzig erreichbare ‚Insel', wo sie mal durchatmen können." Mehr als 70 Kleinkinder werden darüber hinaus inzwischen an fünf Tagen der Woche im Kinderhort betreut, kreativ gefördert und mit Geschichten der Bibel bekannt gemacht. Sehr wichtig sei dabei immer die Erziehung zum Frieden, betonte sie.

Seit Jahrzehnten wird Israel immer wieder von Aufständen, Terror und Kriegen erschüttert. Besonders schwer haben es die christlichen Palästinenser in den Autonomiegebieten. Sie machen nur etwa 1% der Bevölkerung aus. Während der islamische Fundamentalismus zunimmt, wandern immer mehr Christen aus, weil sie in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sehen. Hier wollen die Shahwans mit ihrem Team in ihrem christlichen Zentrum auch in Zukunft wichtige Friedensarbeit leisten. Weitere Infos zu der Arbeit im Internet unter www.beitliqa.org.