Wehrendorfer Frauenhilfe zu Gast im lippischen Bergkirchen
Gemischt und eng zusammen – die Frauenhilfen aus Bergkirchen und Wehrendorf. Ganz links Bergkirchens Pfarrerin Cornelia Wentz. Foto: Rainer Labie.RL/Vlotho. Seit einiger Zeit gibt es einen nachbarschaftlichen Kontakt der Wehrendorfer Frauenhilfe zur Kirchengemeinde im lippischen Bergkirchen. Im letzten Herbst hatten die Bergkirchenerinnen die Gemeinde Wehrendorf besucht, nun kam es zum Gegenbesuch in Lippe.

Freundlich begrüßt von Bergkirchens Pfarrerin Cornelia Wentz, begann die Begegnung im Gemeindehaus mit einem gemeinsamen Lied, fröhlichem Kaffeetrinken und Kuchen, den die zahlreich gekommenen Wehrendorfer Frauen mitgebracht hatten. Sabine Selberg-Scherfeld, Leiterin der Wehrendorfer Frauenhilfe, und Gemeindepfarrer Rainer Labie dankten schon zu Beginn allen in Bergkirchen für den netten Empfang. Im Anschluss an das gesellige Zusammensein mit angeregten Gesprächen besichtigten die Gäste die Kirche. Der ortsansässige Architekt und Enkel des ersten Bergkirchener Pfarrers, Dr. Rudolf Hartog, sowie die ehemalige Wehrendorfer Pfarrfrau Elfriede Wagner, die heute zu dieser lippischen Gemeinde gehört, unterstützen Pfarrerin Wentz bei den Erläuterungen der Kirche und ihrer Baugeschichte.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags wurde deutlich, dass es auch früher schon Verbindungen zwischen Wehrendorf und Bergkirchen gegeben hat, nämlich zum Beispiel Ende des 19. Jahrhunderts eine enge Freundschaft zwischen Bergkirchens Pfarrer Johannes Hartog und dem damaligen Wehrendorfer Kollegen und Superintendenten Eberhard Delius, später eine Verbindung von Wehrendorfs Pfarrer Wagner und Rudolf Hartog, der als Architekt die Notkirche in Wehrendorf neu konzipierte und aufbaute. Freundschaften trotz Grenze, jetzt also auch ganz aktuell, zwischen den Frauenhilfen beider Gemeinden.

Eigentlichen gar nicht so weit von einander entfernt, Luftlinie gerade mal sechs Kilometer – weiter liegen die beiden Kirchen nicht auseinander. Aber es ist eine Grenze dazwischen, die zwar niemand wirklich ernstnimmt und bedenklich findet, die aber doch irgendwie gefühlt wird. Die Grenze zwischen Westfalen und Lippe. Kommunal ist es nur eine Kreisgrenze, kirchlich Grenze zwischen zwei Landeskirchen, in den Köpfen der Menschen aber manchmal eher wie eine Interessensgrenze: was sich jenseits abspielt, kommt im Bewusstsein der Menschen kaum vor. Umso erfreulicher, wie schön gemeinschaftlich dieser Nachmittag verlief. Beim Abschied war ganz klar, dass dies nicht das letzte Treffen gewesen sein soll.