Kantorei St. Stephan Vlotho mit glanzvoller Aufführung
ImageSto/Vlotho. Zur festen Größe im Leben der Evangelischen Kirchengemeinde St. Stephan sind die Aufführungen großer geistlicher Oratorienwerke geworden, die die Kantorei an St. Stephan unter Leitung von Wolfgang Bahn veranstaltet.

Auch diesmal konnte am Sonntag zusammen mit Mitgliedern der Bielefelder Philharmoniker sowie sechs Vokalsolisten mit Georg Friedrich Händels Oratorium „Israel in Ägypten“ ein wichtiges und eher selten zu hörendes Stück der barocken Oratorienliteratur in einer glanzvollen Aufführung in der bis auf den letzten Platz besetzten St.-Stephans-Kirche präsentiert werden. Georg Friedrich Händels "Israel in Ägypten" entstand 1738 auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Komponist am englischen Hof.

ImageEs erzählt in zwei großen Abschnitten den Auszug der gefangenen Israeliten aus ägyptischer Unterjochung und gestaltet in musikalisch eindrucksvollen Bildern das harte Los der Knechtschaft, die vielfältigen Plagen, die Gott über Ägypten schickt, und die wunderbare Errettung der Kinder Israel beim Zug durch das Schilfmeer. Der hymnische, ins Monumentale gesteigerte Dank der Geretteten stellt den Chor ebenso wie die Solisten der unterschiedlichen Stimmlagen vor große Herausforderungen.

Als konzertante Einleitung hatte Wolfgang Bahn den langsamen Satz aus Händels Concerto grosso op. 6 Nr. 7 B-Dur ausgewählt, die die gedrückte Stimmung des ersten Chors bereits ahnen ließ. Die bestens einstudierte Kantorei an St. Stephan präsentierte sich als imposanter Klangkörper mit großen dynamischen Kraftreserven, aber auch der Fähigkeit zu dezenten, gedeckten Piano-Klangfarben, wie etwa im Chor "Er sandte dicke Finsternis" oder in den lyrischen Passagen („Aber mit seinem Volke zog Er dahin gleich wie ein Hirt“).

Das Sextett der Vokalsolisten, Mitglieder des Eranos Ensembles für Alte Musik, gestaltete die verschiedenen Soli und Ensembles mit Geschmack, stimmlichem Können sowie Stilsicherheit bei der Anwendung barocker Ornamente: Hans Hermann Jansen, stimmgewaltiger Bariton, der auch gelegentlich ins Tenor-Fach wechselt, präsentierte im Duett mit Daniel Eggert Klangfülle und profunde Tiefe. Johannes Penner (Tenor), Kerry Jago (Altus), Katharina Sieg (Sopran) und besonders Marina Szudra (Sopran) meisterten ihre jeweiligen Aufgaben mit Engagement und Hingabe.

Die Zuhörer nahmen das glanzvolle Konzert mit lang anhaltendem Applaus auf.

Fotos: Jürgen Gebhard/Vlothoer Zeitung 

 

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