Konzert der Kantorei St. Stephan mit Bachkantate und Requiem von Fauré

Beeindruckend: Die rund 100 Mitwirkenden unter der Leitung von Kantorin Liga Auguste begeisterten die Zuhörer in der Kirche St. Stephan mit Werken von Bach und Fauré (Foto: Claus Sassenberg)SCS/Vlotho. „Beeindruckende Werke, grandios musiziert“, sagte Pfarrer Jörg Uwe Pehle nach dem Konzert. Die Zuhörer in der rappelvollen (bis zum letzten Platz gefüllten) Kirche St. Stephan waren derselben Meinung und sparten nicht mit Applaus. Unter der Leitung von Kantorin Liga Auguste hatten die rund 100 Mitwirkenden die Kantate 'Ich hatte viel Bekümmernis' von Johann Sebastian Bach und das Requiem von Gabriel Fauré aufgeführt. 

Die zweiteilige barocke Kantate 'Ich hatte viel Bekümmernis' wurde 1713 uraufgeführt und kann liturgisch gesehen im gesamten Kirchenjahr aufgeführt werden. Vermutet wird, dass Bach ihre Urform als Trauermusik komponiert hat. Bach hat in seinem Werk Bibeltexte, freie Dichtungen und Choralmelodien verbunden. 

Gabriel Faurés Requiem ist eines der am Häufigsten aufgeführten geistlichen Werke. Der Komponist wollte keine klassische Totenmesse schreiben. Sein Requiem, das er als „Wiegenlied für den Tod“ bezeichnete, zeichnen die helle Tonsprache und friedvolle Atmosphäre aus. „Es hat etwas ungemein Beschauliches und Versöhnendes – ein Stück vom Himmel“, so Harald Sieger, vormals Kantor an der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen, jetzt Landeskirchenmusikdirektor in Westfalen und Chorleiter der Herforder Kantorei St. Marien. 

Begeistertes Publikum in der Kirche St. Stephan (Foto: Sandra C. Siegemund)Er und Liga Auguste hatten die Idee, gemeinsam ein Konzert zu gestalten. „So haben wir zwei Aufführungen. Es ist sehr schade, wenn nach der langen Probenphase nach einem Abend alles vorbei ist“, sagte Liga Auguste. Seit Anfang des Jahres hatten die beiden Chöre die Werke einstudiert. Zuerst jeder für sich, die Feinabstimmung folgte in mehreren gemeinsamen Proben. Nach der Generalprobe mit dem Orchester Opus 7 fand die erste Aufführung eine Woche zuvor in der Herforder Marienkirche statt. Als Solisten überzeugten Irina Trutneva (Sopran), József Opicz (Altus), Andreas Fischer (Tenor) und der kurzfristig eingesprungene Bass Matthis Koch, der dadurch eine Doppelrolle übernahm, da er auch an der Harfe musizierte. 

Nach dem rauschenden Beifall ließen die Musizierenden als Zugabe den sanften 'Cantique de Jean Racine op. 11' von Gabriel Fauré erklingen. Er hatte mit der französischen Nachdichtung eines ambrosianischen Hymnus als Student im Jahr 1865 einen Kompositionswettbewerb gewonnen. 

 

Siehe auch: