100 Jahre Frauenhilfe in Eisbergen
Sie alle unterstützen tatkräftig das Gemeindeleben. Jetzt wurde die Frauenhilfe Eisbergen 100 Jahre alt.AB/Porta Westfalica. Eine große Gästeschar kam am Sonntag in die Kirche nach Eisbergen, um das unermüdlicher Engagement der Frauen zu würdigen.

Und um zurückzublicken auf ein Jahrhundert Arbeit im Dienst der Gemeinde. „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“, lautet der Wochenspruch (Galater 6, 2), der im Mittelpunkt der Predigt von Angelika Weigt-Blätgen, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen e.V. stand und „den Kern der Hilfe in der Frauenhilfe treffe“. Das Mittragen der anderen Last sei nicht immer leicht, hob Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen hervor, aber im Glauben an Gott ließe sich vieles leichter tragen. „Jesus hat niemanden alles abgenommen, aber er will den Menschen Gelegenheit geben aufzuatmen, aufzubrechen zum Himmel“, sagte die Theologin und zitierte Dietrich Bonhoeffer mit „Gott ist ein Gott des Tragens“.

Der sehr gut besuchte Gottesdienst in der mittelalterlichen Kirche läutete die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Evangelischen Frauenhilfe Eisbergen ein. Pfarrerin Weigt-Blägten stellte die Bedeutung der Frau innerhalb der Seelsorge, in der Unterstützung der Geistlichkeit und im Dienst am Nächsten in den Mittelpunkt und zeichnete ein buntes Bild der Frauenhilfe. Sie würdigte die tatkräftigen Frau und meinte zuversichtlich: „100 Jahre sind ein guter Anfang. Es gibt überhaupt keinen Grund an den nächsten 100 Jahren zu zweifeln“.

Bei der anschließenden Feier im Gemeindehaus, an festlich gedeckten Tafeln in den typisch blauen Farben der Frauenhilfe, lauschte eine große Gästeschar den Grußworten der Nachbarfrauenhilfen Veltheim und Lohfeld sowie der schwungvollen musikalischen Umrahmung des Posaunenchors und Helmut Diekmann an der Orgel. Durch das Programm führten die Leiterin der Frauenhilfe Eisbergen Christel Ross und Pfarrer Stefan Engelking. Er bedankte sich bei den 68 Mitgliedern der Frauenhilfe für ihr unentbehrliches Mitwirken am Gemeindeleben. Christel Ross erinnerte an die Anfänge von 1910, als sich eine Schar christlicher Frauen zusammen taten und unter Pastor Lose die erste verbindliche Gruppe in Eisbergen gründeten. 1925 wurde sie dann ganz offiziell in die Liste der Westfälischen Frauenhilfe aufgenommen. Die Arbeit im christlichen Glauben zu verankern und Hilfe von der Gemeinde für die Gemeinde geben, so lautet der Ansatz der Frauenhilfe in Eisbergen bis heute. Alle zwei Wochen treffen sich die Frauen am Mittwochnachmittag zum Austausch, zur Andacht und zum Gebet. Unterstützung von Gemeindeveranstaltungen, Vorträge und Ausflüge gehören ebenso zum Programm.

Auch Barbara Mengel, Vorstandsmitglied vom Bezirksverband der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. blickte zurück und beschrieb den Wandel innerhalb der Frauenhilfe. Sie erinnerte an die Gründungen des Frauenhauses in Soest vor 20 Jahren und der Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel vor 10 Jahren in Herford. Sie beschrieb die neuen Aufgabenfelder der Frauenhilfe und die zahlreichen Fortbildungsangebote für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. „100 Jahre sind wir zusammen. 100 Jahre sind kein Ende“, so lautete ihr abschließendes Resümee.

 

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