Vortrag über Kirchenasyl beim Frauenfrühstück

Engagiert: Gerda Wilmsmeier (v.l.), Gudrun Ehlebracht, Helga Tiemann, Erika Kölling, Ulrike Weißflog und Referent Joachim Poggenklaß beim Fauenfrühstück im Wichernhaus.scs/Bad Oeynhausen. „Kirchenasyl ist kein historisches Relikt, sondern auch heute noch brandaktuell“, sagte Joachim Poggenklaß. Beim Frauenfrühstück im Wichernhaus berichtete der im Ökumenischen Netzwerk Bielefeld engagierte Pfarrer im Ruhestand einen Vortrag über seine Erfahrungen.

„Kirchenasyl hat bereits biblische Grundlagen. Es steht im Sinne der Menschenrechte und daher auch der Gesetze. Daran muss man heute manche Politiker erinnern, wenn Menschen von Abschiebung in nur vermeintlich sichere Länder betroffen sind“, sagte er. Ganz still war es im Saal, als er von einigen Schicksalen erzählte, denen Gemeinden im Raum Bielefeld Zuflucht gewährt hatten. „Menschen, die durch drohende Abschiebung in Lebensgefahr sind, wohnen vorübergehend in Räumen einer Kirchengemeinde. Diese Zeit nutzen wir, um gemeinsam mit denjenigen eine neue Perspektive für die Zukunft zu finden.“

Vor 24 Jahren hatten sich 13 Bielefelder Kirchengemeinden zum Netzwerk zusammengeschlossen. „Inzwischen sind es über 20. Ich bin seit der Gründung dabei. Wir hätten nicht gedacht, dass Kirchenasyl so lange gebraucht wird. Man könnte meinen, dass Kirchenasyl im Zeitalter der Asylgesetze überflüssig geworden ist. Doch seit der Verschärfung der Gesetze ist es nötiger denn je“, so Joachim Poggenklaß. „Auch im europäischen Asylrecht gibt es so manche Ungereimtheit. Da ist viel Sand im Getriebe. Man braucht Zeit, um neue Gutachten anfertigen zu lassen.“ Er erläuterte den Anwesenden, was eine Gemeinde tun und beachten muss, wenn jemand um Zuflucht bittet. „Man braucht engagierte Menschen, die sich kümmern. Kirchenasyl ist Seelsorge“, sagte er.

Seit 15 Jahren organisiert das Team des Frauenfrühstücks dreimal jährlich die beliebten Veranstaltungen, zu denen Referenten mit ganz unterschiedlichen Themen eingeladen werden.

 

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