Das Epiphanias-Konzert in Werste begeisterte mit musikalischer Vielfalt

Die Chöre der Kirchengemeinde Werste sangen im traditionellen Epiphaniaskonzert alte Klassiker in neuer Vertonung.Die Konzerte zu Epiphanias haben in Werste ihre gewachsene Tradition. Und sie haben ihren festen Besucherstamm, der auch in diesem Jahr wieder für eine voll besetzte Versöhnungskirche gesorgt hat. Vor allem aber haben die hier Musizierenden immer wieder den Mut, Neues zu wagen: In diesem Jahr gab es, neben traditionellem Liedgut, neue schwungvolle Adaptionen von Weihnachtsklassikern. Die moderne Tonsprache begeisterte auch Besucherin Annemarie Schlengel: „Es war ein stimmungsvoller Ausklang aus der Weihnachtszeit – und zugleich musikalisch ein moderner Auftakt ins neue Jahr“, fasste die Bad Oeynhausenerin ihre Eindrücke im Anschluss an den Konzertbesuch zusammen.

Zur Eröffnung knüpfte der Posaunenchor mit dem feierlichen Bläsersatz „Tollite Hostias“ des französischen Komponisten Camille Saint-Saens an die vergangenen Weihnachtstage an. „Hört der Engel helle Lieder“, sang die Gemeinde anschließend, begleitet von Orgel und Posaunenchor. Auch in den ersten Liedern der Kantorei kam noch einmal festliche Weihnachtsstimmung zum Ausdruck. Doch dann wurde es „heller“ und zeitgemäßer: Mit seiner Komposition „In dulci blusio“ legt der heimische Komponist Matthias Nagel eine beschwingte, beinahe jazzige Adaption der traditionellen Liedvorlage vor, die von den Bläsern unter der Leitung von Stephanie Niederbremer mit viel Schwung umgesetzt wurde.

Unter der Leitung von Stephanie Niederbremer musizierte der Posaunenchor beschwingte und moderne Stücke.„Wir haben viel Freude an dem flotten Rhythmus dieser Stücke“, hatte die Dirigentin des Posaunenchors im Vorfeld verraten – und man merkte es den Musizierenden an. Im weiteren Verlauf des Konzerts gab es noch mehrere Kostproben in dieser Richtung. So zum Beispiel einen beschwingten Bläsersatz über das Weihnachtslied „Zu Bethlehem geboren“ in der Fassung von Thomas Riegler (*1965), der sich mühelos mit der traditionellen Vorlage aus dem Evangelischen Gesangbuch verband; Bläser, Orgel und Gemeinde sangen und musizierten gemeinsam einige Strophen. Mit ganz unaufdringlicher Selbstverständlichkeit zeigte sich hier die verbindende Kraft der Musik. Dies sollte sich im Verlauf des Konzerts noch einige Male wiederholen und damit bestätigen, was Besucher Hartmut Kräher an den Epiphanias-Konzerten so begeistert: „Hier ist man nicht nur Zuhörer, hier gestaltet man das Konzert mit. Denn Gemeinde ist doch immer auch ein lebendiger Organismus“.

Auch die Kantorei hielt ein breites Spektrum zwischen Tradition („Nun singet und seid froh“ von Johann Sebastian Bach) und Moderne („Heil`ge Nacht“ des Skandinaviers Tore W. Aas, geboren 1957) vor. Felix Mendelssohn Bartholdys „Wie lieblich sind die Boten“ sang der Chor in feierlicher Mehrstimmigkeit; ein „Highlight“ aus der Konzertvorbereitung, wie Dirigentin Evelyn Tober im Vorfeld verraten hatte.

Aber auch mit dem modernen „Our father in heaven“, einem von Harald Sieger vertonten Vater-Unser, konnten die Sänger überzeugen und verdienten sich immer wieder den spontanen Applaus der Zuhörer.

Besonderer Gast des diesjährigen Epiphanias-Konzerts war der neue Kreiskantor József Opicz. Er beschenkte die Zuhörer mit der bekannten Fuge in D-Dur von Johann Sebastian Bach. Das technisch anspruchsvolle Orgelwerk des damals noch sehr jungen Komponisten besticht vor allem durch die spritzige, aufwärtsstürmende Tonfolge zu Beginn und das rasante Pedal-Solo zum Abschluss. Kaum war der letzte Ton verklungen, brandete der anerkennende Applaus des Publikums auf. Man musste kein „Bach-Kenner“ sein, um das Meisterhafte in dieser Darbietung zu erspüren. Gleiches galt für das tonsprachlich schöne Trio in D-Moll, ein Schmuckstück des Hochbarock und ebenfalls von Johann Sebastian Bach, das József Opicz wenig später vortrug. Der neue Kreiskantor beschloss seine Orgelsoli mit einer Eigenkomposition, einer Hommage an Bach, die ihm ebenfalls den begeisterten Applaus der Zuhörer eintrug.

Pfarrer Helmut Pietsch verabschiedete die Zuhörer mit einem Abendsegen, bevor die Bläser mit dem traditionellen Satz „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ den Konzertabend beschlossen.