Beeindruckende szenische Lesung in der Dorfkirche von Volmerdingsen

Fünf Lektoren zitieren Berichte von Rettern und Geretteten: v.l. Birgit Danielsmeyer, Uwe Rosner Antje Rosner, Andreas Busse und Martin Dullweber.ML/Bad Oeynhausen. Rund 60 Menschen waren in die Kirche nach Volmerdingsen gekommen, um die szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ zu erleben. Sie hörten einen unter die Haut gehenden Vortrag der Ereignisse vom 3. Oktober 2013, wie ihn Antonio U. Riccò nach Gesprächen mit Rettern, Opfern und Offiziellen aufbereitet hat. Man sah Bilder einer wunderschönen Inselküste, aber auch Bilder von mit Flüchtlingen voll gestopften Kähnen, im Meer treibenden Menschen und wie Raumfahrer anmutenden Helfern in Schutzkleidung. Dazu erklang traurig bewegende Musik, die Francesco Impastato eigens für diese Lesungen komponiert hat.

An jenem 3. Oktober kenterte in der Dunkelheit ein völlig überladener Kutter nur wenige Meilen vor der kleinen italienischen Insel Lampedusa, ohne Funkgerät, ohne Lichter, ohne Möglichkeit, Hilfe herbei zu rufen. 366 Kinder, Frauen und Männer aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Syrien starben. Nur 179 Menschen konnten von den Einwohnern Lampedusas in einer dramatischen Aktion gerettet werden, nachdem man durch die verzweifelten Schreie aufmerksam geworden war. Auch Monate nach der Katastrophe können manche Helfer diesen Morgen nicht vergessen.

Andreas Busse, Birgit Danielsmeyer, Martin Dullweber, Antje und Uwe Rosner sowie Andreas Block und Arne Boberg trugen die Texte von Antonio U. Riccò gekonnt vor. Die entstandene Betroffenheit nahm Pfarrer i.R. Peter Voss im Anschluss ab die Lesung behutsam auf. Voss hat sich viele Jahre in der Flüchtlingshilfe vor Ort engagiert. Er berichtete zusammen mit Anna Gasiewski von der Flüchtlingsberatung der Diakonie im Kirchenkreis Vlotho über die aktuelle Situation der Flüchtlinge im Kirchenkreis Vlotho. Am Ende der Veranstaltung wurden von den Besuchern spontan 306 Euro für die Flüchtlingshilfe gespendet.