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ImageMitten in Volmerdingsen steht die evangelische Kirche mit ihrem kompakten uralten Turm aus Sandsteinquadern, dem Charakter nach ein romanischer Wehrturm. Ein neugotisches Kirchenschiff mit Stützpfeilern und schlanken spitzbogigen Fenstern in der Sandsteinfassade lehnt sich gleichsam an ihn an. Die Grabsteine rundum erinnern daran, dass die Gemeinde früher hier ihre Toten begrub.

 

Erste Nachrichten über eine Kirche stammen aus dem 14. Jahrhundert: 1320 wird ein Küster von "Volmarinchusen" erwähnt, 1379 von der Parochie gesprochen. Diese war vermutlich schon früher von Bergkirchen abgepfarrt worden, als die Bevölkerung in diesem günstigen Siedlungsgebiet stark anwuchs. 1560 wurde die Kirche erneuert und auch innen mit einer wertvollen Ausstattung versehen. Im 19. Jahrhundert war sie jedoch derart verfallen, dass man sich zum Bau einer neuen und größeren Kirche entschloss, deren äußere Gestalt von 1878 bis heute so erhalten ist. Besonderen Eindruck macht auf den heutigen Besucher die Ausmalung der Kassettendecke über dem Kirchenschiff und der Gewölbefelder der Apsis über dem Altar von Paul Thol, Berlin (1949). Die Gemeinde Volmerdingsen hat starke lutherische Wurzeln - seit 1560 etwa wird hier lutherisch gepredigt -, dazu hatte im 19. Jahrhundert die Minden-Ravensbergische Erweckungsbewegung eine starke Wirkung. Dies doppelte Erbe prägt diese lebendige Gemeinde noch heute.

Seit 2007 bildet die Kirchengemeinde eine neue Einheit mit der Kirchengemeinde auf dem Wittekindshof:

ImageDie Minden-Ravensberger Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts setzte ein großes diakonisches Engagement in unserer Region frei. So entstand auch der Wittekindshof: 1887 gründete der Volmerdingsener Pfarrer Hermann Krekeler zusammen mit Pfarrern und Gemeindegliedern aus den Kirchenkreisen Minden und Vlotho im Norden seiner Gemeinde den Wittekindshof, die heutige "Diakonische Stiftung für Menschen mit Behinderungen". Damit setzte er ein Zeichen christlicher Verantwortung für die Schwachen und Hilflosen in der Gesellschaft und gab ihnen eine Heimat.

 

Schnell wuchs die Einrichtung. Das führte 1899 durch Beschluss der königlich-preußischen Kirchenbehörde zur Gründung der Anstaltskirchengemeinde, die schon 1904 eine eigene Kirche einweihen konnte.

 

Es handelt sich um einen neuromanischen Bau, der nach außen durch seine guten Maße sowie durch die Sandsteinfassaden freundlich einladend und warm wirkt. Das Innere ist bestimmt durch asketische Schlichtheit. Das dominante Weiß könnte Kühle aufkommen lassen, aber die bunte Schar der vielen Menschen mit einer geistigen Behinderung und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Gottesdienste besuchen, schafft eine lebhafte und menschenfreundliche Atmosphäre, der sich kein Mensch entziehen kann!

 

Diese Kirche ist der geistliche Mittelpunkt des Wittekindshofes. Im Triumphbogen vor dem Altarraum hängt ein großes Holzkreuz mit dem gekreuzigten Christus. Er segnet mit übergroßen verrenkten Armen und Händen die Gemeinde der Mühseligen und Beladenen.

 

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