Ausgefeilte Choreografien präsentierte die „HörBänd" in der Loher Kirche
Sven-Arne Zinnke, Joshua Bredemeier, Jan Thomas Pruscha, Silas Bredemeier und Karolina Eurich begeistern ihr Publikum in der Loher Kirche nicht nur mit geschulten Stimmen, sondern ebenso mit augenfälligen hinreißenden und witzigen Choreografien.AB/Bad Oeynhausen. Gemeindepfarrer Markus Freitag war visionär, als er einen schönen Abend ankündigte. Die „HörBänd" verzauberte die Besucher in der Loher Kirche mit humorvoller Bühnenpräsenz, ungemein variablen Stimmen und einem eindrucksvollen „Mundorchester".

„Wir freuen uns sehr, heute hier zu sein und haben ganz viele Sachen im Gepäck", sagte Joshua Bredemeier. Er trat mit seinem Bruder Silas bereits zum zweiten Mal in der Loher Kirche auf, 2012 noch mit der Boygroup „Voice" und jetzt in der A-Capella-Formation „HörBänd". Das sind vier Charmeure und eine hinreißende Sängerin, die angetreten sind, um der Volks- und Popmusik einen neuen Sound zu verpassen. Einen, bei dem man Gitarre, Bass, Schlagzeug, Trompete zwar deutlich zu vernehmen meint, damit aber einer akustischen Schimäre aufsitzt. Was zweifelsohne nicht nur am außergewöhnlichen Stimmvolumen der fünf jungen Talente liegt, sondern auch daran, dass sie ihre klugen und zuweilen äußerst ironischen Lieder so unterhaltsam präsentierten.


Schon beim Auftakt-Lied „Rumour has it" benötigen sie keine Instrumentalbegleitung, weil sie dumpf wummernde Bässe oder die sonderbarsten Laute und Geräusche ausschließlich mit ihren unendlich vielseitig einsetzbaren Stimmbändern, mit ihren Zungen und Lippen entwickeln können. Ihre Hommage an das Märchen „Forschkönig" gerät voller Komik, besonders wenn sich Joshua Bredemeier dafür in einen hochgewachsenen Frosch verwandelt. Ob „Auf der Mauer, auf der Lauer" oder Dschingis Khans „Moskau" - es ist dieses gekonnte Changieren, dieser schillernde Wechsel der Sujets, der ihre Präsenz so unterhaltsam macht und Neugierde auf das nächste Stück weckt. Mit "Frühlingszauber" ist ein Text von Burkhard Hedtmann, der die Gruppe in ihrer Startphase unterstützt hat, im Programm. „Wir lassen uns auch von den Charts inspirieren", witzelt Joshua und schon stimmt das Quartett „purple rain" von Prince und „Cheri Cheri Lady" von Modern Talking an. In deutscher Übersetzung versteht sich! Vollmundig singen sie vom „lila Regen" und von der „Kirschdame" und treffen mit ihrem flapsigen und jungem Humor den Nerv des Publikums. Um anschließend festzustellen „der Popularmusik fehlt es doch an der nötigen Tiefe". Also versuchten sie es weiter mit einigen melodischen Liebesliedern, die natürlich die nötige Portion Ironie nicht vermissen ließen. Nach der Pause wurde die „Petersburger Schlittenfahrt" gebeatboxt, um im Anschluss die Alt-Arie „Bereite dich Zion" des Weihnachtsoratoriums mit Jazzelementen zu mischen und neue musikalische Reize zu setzen.

„Einige von uns sind seit 10 Jahren als Voice unterwegs und seit Anfang des Jahres sind wir als ‚HörBänd' zusammen. Aber unseren Wurzeln wollen wir treu bleiben und deshalb haben wir auch Volkslieder im Programm", erläuterte Joshua Bredemeier und stimmte sogleich ein wallisisches Volkslied und das deutsche „Hab oft im Kreise der Lieben" an.

Beeindruckend ihre Professionalität und ihre frische, unverkrampfte Art mit der sie jeden Song vortrugen. Immer wieder stand ein anderer der "Meistersinger" im Vordergrund. Zusammen mit clownesken Slapstickeinlagen und Spaßdialogen gelang der „HörBänd" ein beispielloser Spagat zwischen Comedy und musikalischem Anspruch. Die Zuhörer bedankten sich dafür mit langanhaltendem Applaus und erklatschten sich die zwei Zugaben. Äußerst hörbar gingen damit die Jubiläumswochen der Loher Gemeinde zu Ende.