Sommerkonzert der Kantorei bot anspruchsvolles Programm
 Eindrucksvoll: Beim Sommerkonzert in der Auferstehungskirche am Kurpark begeisterten die über 100 Mitwirkenden mit ihrem anspruchsvollen Programm.scs/Bad Oeynhausen. Ein besonderes Klangerlebnis boten die mehr als 100 Musizierenden ihren zahlreichen Zuhörern in der Auferstehungskirche am Kurpark bei sommerlichen Rekordtemperaturen. Auf dem Programm des traditionellen Sommerkonzertes der Kantorei an der Auferstehungskirche standen neben der Bachkantate „Freue dich, erlöste Schar“ (BWV 30) die „Kleine Orgelmesse“ von Joseph Haydn sowie das selten aufgeführte „Confitebor“ von Johann Christian Bach. Das Sinfonieorchester „Opus 7“ begeisterte wieder einmal mit seinen Klangfarben. In diesem Jahr wirkte außerdem der Herforder Kammerchor „Amicanta“ mit.

Unter der Leitung von Tim Gärtner boten Sänger und Instrumentalisten ihren Gästen ein anspruchsvolles musikalisches Konzertprogramm. Da die Sommerhitze auch den hohen Kirchraum aufgeheizt hatte, waren die Temperaturen waren eine Herausforderung für alle Mitwirkenden. Vom Publikum gern genutzt wurden die Möglichkeiten, sich an von der Kirchengemeinde bereitgestellten Wasserspendern mit kühlem Nass zu versorgen und sich mit dem umfangreichen Programmheft neben der Lektüre ein frisches Lüftchen zuzufächeln.

Ausdruckssstark: Friederike Webel (Sopran) (v.l.), Sarah Romberger (Alt), Florian Feth (Tenor) und Gottfried Meyer (Bass) begeisterten in den solistischen Parts.„Der Ausgangspunkt des Konzertprogramms war Confitebor. Das Werk von Johann Christian Bach, jüngster Sohn von Johann Sebastian Bach, ist bisher nicht verlegt und wird daher selten aufgeführt. Ich habe es 2012 an der Herforder Hochschule für Kirchenmusik kennengelernt und fand es reizvoll, das Werk aus der frühen Klassik einmal selbst aufzuführen“, sagte Tim Gärtner. Da das kurze Werk nicht allein für einen Konzertabend reicht, überlegte er, welche Werke thematisch, klanglich und auch von der Besetzung her dazu passen. Tim Gärtner entschied sich für die Kantate von Vater Bach und Haydns kurze Messe aus der Wiener Klassik. „So entstand ein thematisch stimmiges Programm“, sagte der junge Kirchenmusiker.

Mit der 1738 komponierten Bachschen Doppelkantate zum Johannistag „Freude dich, erlöste Schar“ begann die Kantorei an der Auferstehungskirche den Konzertabend. „Interessant ist der spiegelbildliche Aufbau der zwölf Sätze“, so Tim Gärtner. In den Arien und Rezitativen brillierten die vier Solisten Friederike Webel (Sopran), Sarah Romberger (Alt), Florian Feth (Tenor) und Gottfried Meyer (Bass) mit ihren ausdrucksstarken Stimmen. Anerkennender Applaus der Zuhörer belohnte die Leistung der Musiker.

Anschließend übernahmen bei der „Kleinen Orgelmesse“ von Haydn die Stimmen von „Amicanta“ den Chorpart. Im Februar hatte Tim Gärtner auch die Leitung des Herforder Kammerchores übernommen. Mit kleiner Instrumentalbesetzung von zwei Violinen, Orgel und Cello, dem sogenannten Wiener Kirchentrio, brachten die Mitwirkenden die extrem kurze Messe zum Klingen. Nach dem begeisterten Applaus folgte mit dem 1758 in Italien entstandenen „Confitebor“ der Höhepunkt des Abends. Beide Chöre und das Orchester musizierten die Vertonung des 111. Psalms und „Gloria Patri“ (Ehre sei dem Vater). „Die vom italienischen Belcanto geprägte Melodieführung ist spannend“, so Tim Gärtner. Nach dem Verklingen des eindrucksvollen Werkes belohnte tosender Beifall die Mitwirkenden für die mehrmonatige intensive Probenarbeit.

 

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