Posaunenchor der Altstadtgemeinde und Organist Leon Sowa begeisterten

Schwungvoll: Der Posaunenchor der Altstadtgemeinde zeigte beim Konzert in der Auferstehungskirche am Kurpark seine Vielseitigkeit.scs/Bad Oeynhausen. Bläser und Orgel, beides sind urkirchliche Klangkörper, ohne die Kirchenmusik nicht vorstellbar ist. Im Konzert „Trumpets and pipes – Musik für Bläser und Orgel“ begegneten sich die beiden Instrumente und zogen die zahlreichen Zuhörer in der Auferstehungskirche am Kurpark mit klanglicher Vielfalt in ihren Bann. Der Posaunenchor der Altstadtgemeinde unter der Leitung von Tim Gärtner und Leon Sowa an der Ott-Orgel musizierten Werke von der Renaissance über Pop bis zu Jazz und Swing und zeichneten so die Entwicklung der Kirchenmusik nach.

„Die Literatur für die Instrumente ist immer mit der Zeit gegangen“, sagte Tim Gärtner in seiner Begrüßung. Er ist als Interimskantor in der Altstadtgemeinde tätig und leitet auch den Posaunenchor, der im vergangenen Jahr zum 120-jährigen Bestehen durch den Bundespräsidenten mit der Pro Musica-Plakette ausgezeichnet wurde. Die 22 Bläserinnen und Bläser unterschiedlichen Alters musizierten abwechselnd mit Organist Leon Sowa, der auf Einladung von Tim Gärtner in die Auferstehungskirche kam.

Passionierte Kirchenmusiker: Tim Gärtner (re.), Interimskantor der Altstadtgemeinde, hatte seinen Studienkollegen Leon Sowa eingeladen, als Organist beim Konzert in der Auferstehungskirche mitzuwirken.Beide studieren an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Tim Gärtner hat sein Studium der Evangelischen Kirchenmusik mit dem Master abgeschlossen und studiert derzeit Chorleitung im künstlerischen Aufbaustudiengang. Leon Sowa ist Bachelorstudent der Kirchenmusik. Mit elf Jahren bewarb er sich als Jungstudent in Herford und wurde als jüngster Studierender angenommen. „Seit damals gehört meine Leidenschaft der Orgel. Ich möchte zeigen, dass Orgelmusik viel mehr ist, als Choräle zu begleiten, und bringe sie mit Begeisterung in die Öffentlichkeit“, sagte der 21-jährige. Neben seiner Tätigkeit als Organist in Löhne-Mennighüffen gelingt ihm dies auch bundesweit bei zahlreichen Konzerten und mit seinem eigenen Kanal bei Youtube. „Meine Vorliebe gehört dem Jazz und Swing, doch die klassische Kirchenmusik begeistert mich ebenso“, sagte Leon Sowa.

Mit den festlich strahlenden „Grand Choeur“ des französischen Romantikers Felix Alexandre Guilmant eröffnete der Posaunenchor den Konzertabend. Bläser und Orgel musizierten abwechselnd mehrere Sätze aus der klassischen Kirchenmusik von Johann Sebastian Bach, Thomas Tallis und anderen Komponisten. „Beeindruckende Musik voller Emotionen“, kündigte Tim Gärtner die „Introduction und Passacaglia d-moll“ von Max Reger für Orgel an.

Auch im zweiten Teil des Konzertes, der modernen Musik gewidmet, überzeugten Organist und Bläser mit großer Spielfreude. Viel Applaus bekam Leon Sowa nicht nur für seine mitreißende Interpretation des tänzerisch schwungvollen „Help – Aus der Tiefe rufe ich zu dir“ von Thomas Riegler. Das swingende Lebensgefühl der 1930er Jahre ließ der Posaunenchor mit „I got rhythm“ aus George Gershwins Jazzmusical „Girl Crazy“ anklingen. „Diese Stilistik hat Johannes Matthias Michel in seiner Petite Suite in Blue aufgegriffen“, erläuterte Tim Gärtner, und Leon Sowa ließ wieder seine Finger über die Tasten fliegen. Mit der energiegeladenen „Rumba del Camino“ von Friedrich Veil, entstanden auf dem spanischen Jakobsweg, wünschte der Posaunenchor nach mehr als einer Stunde voller Klänge seinen Zuhörern zum Abschluss einen guten Heimweg. Mit begeistertem Applaus bedankten sich diese bei allen Musikern für das kurzweilige, vielseitige Konzert.

 

Siehe auch: