Angeregte Diskussion zum bedingungslosen Grundeinkommen

Ralph Boes (stehend rechts) lud zum Fragen und Diskutieren ein, und so ging es den ganzen Abend lebhaft zu.scs/Bad Oeynhausen. „Wenn's ums Geld geht, hört der Spaß auf. Das war bei diesem emotionsgeladenen Thema schon zu biblischen Zeiten so“, sagte Pfarrer Lars Kunkel und nannte als Beispiel das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Zum „Forum im Foyer“ der Auferstehungskirche, kurz FiF genannt, hatten sich zahlreiche Interessierte eingefunden, um den Vortrag von Ralph Boes über das bedingungslose Grundeinkommen zu hören. Der Berliner Experte lud zum Fragen und Diskutieren ein, und so ging es den ganzen Abend lebhaft zu.

„Das bedingungslose Grundeinkommen ist noch radikaler als die Sache mit dem Weinberg. Denn hier gibt es das Geld vorher, nicht erst nach getaner Arbeit“, so Ralph Boes. Er forderte die Gesellschaft zum Umdenken auf, „vom Sollen zum Wollen“ und erläuterte: „Heute muss man arbeiten, um Geld zu bekommen. Doch die Menschen brauchen Geld, um nicht fremdbestimmt arbeiten zu müssen.

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen müssten sich Firmen etwas einfallen lassen, damit man gern bei ihnen arbeitet.“ Dabei stehen die 1.000 Euro als Beispiel. „Die Summe muss so hoch sein, dass man immer die Freiheit haben kann, nein zu sagen, ohne dadurch in Not zu geraten.Und sich auch für das engagieren kann, das man für wichtig hält, was aber kein Geld einbringt.“, erklärte er. Hochmotiviertes Personal sah er als wichtigsten Faktor jedes Unternehmens. „Wer Sinn in seiner Arbeit sieht, denkt nicht zuerst ans Geld. Und wenn sich die Bedingungen wandeln, ändern sich auch die Arbeitsangebote“, sagte er. Viele Fragen wurden dem Referenten gestellt. Zu möglicher Finanzierung, zu Gerechtigkeit, und auch zur Sorge, dass dann möglicherweise niemand mehr arbeiten wolle. „Das passiert mit Hartz 4 ja auch nicht. Doch im Gegensatz dazu darf beim bedingungslosen Grundeinkommen jeder die komplette Verdienstsumme behalten“, so Ralph Boes.

Nach zwei Stunden angeregter Diskussion war manche Frage geklärt und die Organisatoren freuten sich über das große Interesse am Thema.

 

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