Jugendkantorei überzeugte mit farbenreichem Konzert

Ein außerordentlich lebhaftes Konzert bot die Jugendkantorei an der Auferstehungskirche am Kurpark in Bad Oeynhausen.RL/Bad Oeynhausen. Ein außerordentlich lebhaftes Konzert bot die Jugendkantorei an der Auferstehungskirche am vergangenen Sonntag. Die rund 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigten in der Kirche am Kurpark neben musikalischem Können vor allem auch ihre Begeisterung für das Singen. Kreiskantor Harald Sieger, der den Chor 2011 gegründet hat, versteht es offenbar ausgezeichnet, jungen Menschen die Freude am Singen zu vermitteln. Und was sie sangen war wahrlich keine schlichte Kost.

Im Mittelpunkt des Programms standen drei Chorwerke zeitgenössischer Komponisten, in denen traditionelle Texte mit moderner Klanggestaltung eine gelungene Synthese eingehen. Der auch in Jazz-Kreisen bekannte, in Schweden lebende Amerikaner Steve Dobrogosz eröffnet mit seiner modernen Vertonung der traditionellen Messe einen ganz neuen musikalischen Zugang für Menschen im 21. Jahrhundert. Der Chor wurde unterstützt durch den ausgesprochen versierten Pianisten Martin Schmidt sowie Rainer Meyer-Ahren, Flügelhorn, Angela Zöckler, Tenorsaxophon, Christine Backer, Posaune, Björn Gbur, Gitarre und Matthias Liebetruth am Schlagzeug. Sie alle konnten das Werk in seiner Kraft und Farbigkeit angemessen zu Gehör bringen.

Auch bei der Vertonung des Textes „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ von Hans Dieter Hüsch durch den westfälischen Kirchenmusiker, Professor Matthias Nagel, konnten Chor und begleitende Musiker den gemeinten Groove gut überbringen. Noch einmal anders wirkte die Vertonung der biblischen Schöpfungsgeschichte durch den Amerikaner David Bobrowitz „The Creation – A Rock-Cantata“. Jeder der sieben Schöpfungstage erscheint in dem Werk abwechslungsreich dargestellt, rockig und in manchen Passagen ausgelassen fröhlich, dann aber auch wieder besinnlich, nachdenklich. Auch hier zeigte sich das gute Zusammenspiel des konzentriert vortragenden Chores mit Martin Schmidt am Piano.

Umrahmt wurden diese Beiträge mit einer kleinen Auswahl an Lieblingsliedern des Chores, die man zwar von früheren Auftritten her kennt, aber immer wieder gerne von der Jugendkantorei hört, so etwa Helmut Josts „Come into his presence“ oder das wunderschöne „Look at the world“ von John Rutter. Diese „gekonnten“ Lieder sang der Chor aber nicht einfach so daher, sondern zeigte wieder seine Fähigkeit, neben Lebensfreude aus vollem Halse auch leisere Nachdenklichkeit darzubieten. Zurecht wollte der Applaus des zahlreich erschienenen Publikums zum Schluss nicht enden.

 

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