Schule und Kirche kooperieren bei Poetry-Slam-Projekt

Keine Kontrahenten, sondern ein Team: die Aktiven beim Poetry-Slam. | Photo: Luca BroseIKG/Bad Oeynhausen. In einem besonderen Kooperationsprojekt des Ev. Kirchenkreises Vlotho und des Bad Oeynhausener ‚Immanuel-Kant-Gymnasiums‘ sind junge Menschen der Frage nachgegangen, was ihn heilig ist, und haben ihre Antworten in einem öffentlichen Poetry Slam vorgestellt. Anschließend haben die Teilnehmerinnen Luca Brose und Lilli Maag zusammen mit ihrem Lehrer Benjamin Schürmann dieses Projekt für die Schulzeitung so beschrieben:

„Was ist eigentlich ein Poetry Slam? Diese Frage stellten uns nicht nur unsere Mitschüler, sondern auch Lehrer, Eltern und weitere Interessierte. Unsere Antwort darauf fiel immer gleich aus: Ein Poetry Slam ist ein fiktiver Wettstreit mit kreativen, ausdrucksstarken und poetischen Texten, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem gemeinsamen Thema selbst verfasst haben. Letztlich geht es vor allem darum, zu diesem Thema individuell Stellung zu beziehen.

Mit dieser Intention trafen sich zu Beginn des Schuljahres Herr Birkelbach, Pfarrer im Kulturreferat „KuK!“, und unser Lehrer Herr Schürmann, um in einer Kooperation zwischen dem IKG und dem Kirchenkreis Vlotho Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu geben, sich frei, kreativ, poetisch und politisch zu einem Thema zu äußern. Bei der gemeinsamen Planung wurden zwei Dinge schnell klar:

Dies war zum einen das Thema: „Was ist mir heilig?!“ passte nicht nur perfekt in den Religionsunterricht, sondern bot Schülerinnen und Schüler beste Möglichkeiten, sich im oben genannten Sinne zum Ausdruck zu bringen. Zum anderen wurde professionelle Hilfe benötigt, die im Profi Marco Michalzik aus Darmstadt gefunden wurde.
Marco Michalzik brachte in zwei Workshops den Schülerinnen und Schüler des Q1-Grundkurses Religion von Herrn Schürmann nicht nur die Grundregeln und Grundlagen des Poetry Slams bei, sondern unterstützte und ermutigte die Teilnehmenden mit positivem Feedback und Verbesserungsvorschlägen beim kreativen Schreiben ihrer Beiträge. So erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler des Religionskurses eigenständig einen Poetry Slam, wobei sie alle ihre eigene Kreativität entfalten konnten. Die Themen erstreckten sich von langen Texten über tiefe Gefühle bis zu wachrüttelnden Apellen für Umweltschutz.

Am 13. Juni wurde der Poetry-Slam dann im Wichernhaus aufgeführt. Dieses Event wurde unterstützt von einer Liveband und der Moderation von Marco Michalzik, der ebenfalls einige seiner Texte vorstellte. Die wichtigste Regel des Poetry Slams, dass alle Texte gut und besonders sind, wurde bei der Aufführung deutlich. Trotz manch subjektiver Bewertung aus dem Publikum, gelang es allen Schülerinnen und Schülern, mit ihren Beiträgen zum Thema „Was ist mir heilig?!“ das Publikum zu bewegen und zum Nachdenken anzuregen. Dies spiegelte sich auch in den hohen Bewertungen und tosendem Applaus wider. Insgesamt haben acht Schüler und Schülerinnen ihre Texte präsentiert. Letztendlich haben den Slam Lea Kaulbars und Maryam Amiri gewonnen, die mit ihren atemberaubenden und zum Nachdenken anregenden Texten das Publikum begeisterten.

Insgesamt war dieses Poetry-Slam-Projekt für uns eine besondere Erfahrung, da wir uns einem Thema anders angenähert haben, als wir es aus dem Unterricht gewohnt sind. Sicherlich hat unser Slam auch dazu beigetragen, dass wir in der Auseinandersetzung mit den uns wichtigen, heiligen Themen uns selbst auch ein Stück besser kennengelernt haben - die vielleicht größte Erfahrung.“

 

Siehe auch: