Berliner Autorin Susann Pásztor in Vlotho zu Gast

Humorvoller Blick auf ein ernstes Thema: Susann Pasztor las in der reformierten Vlothoer Johanniskirche aus ihrem Roman„Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“. | Foto: Rainer Labie.RL/Vlotho. Selbstbestimmtes Sterben einer Krebskranken, Sterbebegleitung mit Hindernissen – ein solches Thema mit feinem Sprachwitz und liebevoll gezeichneten Charakteren darzustellen, ist eine schwierige Aufgabe. Der Berliner Autorin Susann Pásztor ist dies in Romanform gelungen, ohne dass diese ungewöhnliche Sichtweise auf das enorm emotionale Thema deshalb unseriös oder unangemessen erschiene.

Pfarrer Hartmut Birkelbach vom Kulturreferat „KuK!“ des Kirchenkreises Vlotho hatte Susann Pásztor zu einer Lesung nach Vlotho in die reformierte Johanniskirche eingeladen. „Es ist wunderbar, dass die Autorin heute aus Berlin zu uns gekommen ist“, sagte Birkelbach bei seiner Begrüßung. Das Buch mit dem für das Thema Sterbebegleitung erst einmal ungewöhnlichen Titel „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, ist 2017 erschienen. Ein Jahr später wurde es mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet. Wer die Bedeutung des ungewöhnlichen Titels kennt, weiß auch schon, worum es in der Geschichte geht. Das Fenster im Zimmer eines gerade Gestorbenen wird nach altem Volksbrauch geöffnet, damit seine Seele entweichen kann.

Die Aufarbeitung eigener Erlebnisse und die persönliche Lebensgeschichte sind für Susann Pásztor in ihren Werken eine wichtige Antriebsfeder. Nach einer Ausbildung zur Sterbebegleiterin und aus ihren Erfahrungen in dieser ehrenamtlichen Tätigkeit schrieb sie diesen ihren dritten Roman. Sie las daraus vor einem sehr interessiert zuhörendem, erstaunlich zahlreich erschienenem Publikum einzelne Abschnitte, zwischendurch mit ergänzenden Bemerkungen erläuternd.

Die gelesene Geschichte ist dabei humorvoller, als man bei diesem Thema annehmen könnte. Es gibt darin viele groteske Szenen, die auch an diesem Abend das übrigens fast ausschließlich weibliche Publikum zum schmunzeln brachten. Der dezent humorvolle Stil des Buches zeigte sich authentisch auch im ganzen Auftreten der Autorin an diesem Abend. Sie ging gerne am Ende der kurzweiligen Lesung auch noch auf persönliche Fragen des Publikums ein.

 

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