Das Quintett „VIVA VOCE“ liefert A-capella-Konzert der Superlative

„VIVA VOCE“ sorgte auch für stimmungsvolle, besinnliche Momente – auch für die Augen.MW/Bad Oeynhausen. Modern und traditionell zugleich? Liturgischer Gesang gekoppelt mit Popklassikern? Tiefsinnig und trotzdem unterhaltsam und humorvoll? Gegen den Himmel blickend und doch mitten im Leben? Mit ihrem Programm „Ein Stück des Weges“ zeigten sich die Künstler von „VIVA VOCE“ als meisterhafte Brückenbauer zwischen verschiedensten Musikstilen. Damit schufen sie nicht nur ein anspruchsvolles, sondern auch ein einmalig ansprechendes Profil.

Pfarrer Hartmut Birkelbach von „Kirche und Kultur“ (KuK!), dem Kulturreferat des Kirchenkreises Vlotho, hatte die Stimm- und Stimmungswunder aus Ansbach in die Ev.-Luth. Kirche Eidinghausen eingeladen. Das Ergebnis: ein Konzert der Meisterklasse und ein sichtlich begeistertes Publikum. Ein raffinierter musikalischer Überraschungscoup ist „VIVA VOCE“ gleich am Anfang des Konzerts gelungen. Sie zogen mit Kerzen in den Händen in die abgedunkelte Kirche ein und trugen dabei ihr Arrangement von „Os justi“ (Anton Bruckner) vor. Im Altarraum angekommen sangen sie die erste Strophe des Pop-Klassikers „I still haven’t found what I’m looking for“ (U2) im gleichen andächtigen Stil.

Die Sehnsucht nach der Ferne besingt Bariton Heiko Benjes in der Eigenkomposition „Marsailles“. Unterstützt wird der als Pilger gekleidete Sänger von seinen Kollegen David Lugert, Bastian Hupfer, Matthias Hofmann und Jörg Schwartzmanns.

Nahtlos wechselten sie zu einer fetzigen, energiegeladenen Version des Liedes und zogen das Publikum damit direkt in ihren Bann. Zwei Stunden lang folgte ein Höhepunkt nach dem anderen. Sehnsucht nach Veränderung und Träume fanden ihren Ausdruck in Eigenkompositionen wie dem Chanson „Marseille“ oder dem Lied „Stein des Anstoßes“. Das lustige Lied „Der Zimmerer“ über Bastian Hupfer (Tenor bei „VIVA VOCE“) brachte viele zum Lachen. Intensiv, ja fast überwältigend war ihre Version von „Nothing else matters“ (Metallica). Die berührende, bittersüße Ballade „Hallelujah“ stimmte dagegen ruhig und nachdenklich. David Lugert, Tenor und Gründungsmitglied der Gruppe, hatte dem Publikum bereits zum Konzertbeginn erklärt: „Vom Anfang an wurden Kirchen nicht nur als Gotteshäuser gebaut, sondern auch als Klangräume konzipiert.“ Nach diesem Motto brachte „VIVA VOCE“ die Kirche von und bis in jede Ecke zum Klingen, und das alleine mit ihren Stimmen. Mal sangen sie von oben, mal vom hinten, oft vom Altarraum und einmal sogar aus dem Mittelgang.

Oft begleitete das Quintett seinen Gesang mit einer lässigen Choreografie. David Lugert, Matthias Hofmann und Heiko Benjes brachten ein bisschen Bewegung auf die Bühne.

„VIVA VOCE“ schloss das beeindruckende Konzert mit dem Pop-Liebling „You raise me up“ und ernteten dabei anhaltenden Applaus und sofortige Standing-Ovations. Für die Zugabe traten sie wieder vor das Publikum mit einem heiteren Beatles-Medley mit Tanzeinlagen. Den Konzertbesuchern reichte es jedoch immer noch nicht. Auf Bitte vom Gemeindepfarrer Wolfgang Edler, stimmte das Quintett ein letztes Lied ein und verabschiedeten sich von den begeisterten Zuhörern mit dem „Eidinghausen-Städtelied“, in dem sie ein Lob auf Schloss Ovelgönne und andere Sehenswürdigkeiten der Region auch mit einem Augenzwinkern sangen. Das „VIVA VOCE“-Konzert wird nicht nur in den Ohren der Zuhörer lange nachklingen, sondern sicherlich auch in deren Herzen.

Ein besonderer Moment und ein Hörerlebnis: die bittersüße Ballade „Hallelujah“ ertönte aus dem Mittelgang der Kirche.

David Lugert (Tenor), Bastian Hupfer (Tenor), Jörg Schwartzmanns (Bariton, Mouth Percussion), Matthias Hofmann (Bariton), und Heiko Benjes (Bass) überzeugten mit einer ungewöhnlich starken Bühnenpräsenz.

 

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