Gitarrist Jens Kommnick konzertierte in der Loher Kirche

Virtuos: Gitarrist Jens Kommnick zog die Zuhörer in der Martin-Luther-Kirche in seinen Bann.scs/Bad Oeynhausen. Beinahe atemlos lauschten die Besucher in der gut besuchten Martin-Luther-Kirche im Bad Oeynhausener Stadtteil Lohe den leisen Klängen, die Jens Kommnick auf seiner akustischen Gitarre spielte. Auch bei seinem zweiten Gastspiel in der Kurstadt nahm der Musiker die Zuhörer mit auf eine ganz persönliche musikalische Reise.

„Auch Martin Luther, nach dem diese Kirche benannt ist, hat Musik geschätzt und selbst Laute gespielt. Ihm hätte dieses Konzert sicher auch gefallen“, sagte Kulturpfarrer Hartmut Birkelbach zur Begrüßung. In Zusammenarbeit mit der gastgebenden Gemeinde Lohe hatte das Kulturreferat „KuK!“ des Ev. Kirchenkreises Vlotho das Konzert organisiert.

Zu jedem seiner selbst komponierten Stücke wusste Jens Kommnick deren Entstehungsgeschichte zu erzählen, meist persönliche Anekdoten voller augenzwinkerndem Humor. So manches Werk entstand bei geselligen Musikersessions oder nach Klönschnacks, die bis in die Morgenstunden dauerten. „Die Küche ist ja oft der gemütlichste Raum eines Hauses“, sagte er. In „The crossing“ hatte er unterschiedliche Wetterstimmungen während Fährüberfahrten nach Irland musikalisch umgesetzt. „Wir reisen häufig dorthin. Manchmal ist die See ruhig, manchmal ruppig“, sagte er. Oder: „Kennen Sie den Moment, wenn ein Riesenrad nach einem Halt wieder anfährt? Den habe ich auch in meinem Stück „The Ferris Wheel“ eingebaut. Wenn man genau hinhört, bemerkt man ihn.“ Schmunzelnd lauschten die Besucher, als der mit einer Irin verheiratete Gitarrist aus Wremen an der Nordsee erzählte, wie er seine Frau kennenlernte. „Jetzt wissen Sie schon eine ganze Menge über mich“, sagte er und brachte sein Publikum wieder einmal zum Lachen.

Jens Kommnick gilt als einer der führenden Vertreter des ‚Celtic Fingerstyle’. Seine filigranen Gitarrenklänge sind neben Klassik, Jazz und Rock von vielfältigen keltischen Einflüssen geprägt. „Ich mag viele Stilrichtungen, aber die irische ganz besonders“, so der Gitarrist. Er erzählte, wie er als Elfjähriger anfing, sein Instrument zu lernen, nachdem er Lieder von Reinhard Mey gehört hatte. „Viele Jahre später hatte ich die Ehre, ihn persönlich zu treffen, und er hat mich ermutigt, Instrumentalversionen seiner Lieder zu schreiben“, teilte Jens Kommnick seine Erinnerungen mit dem Loher Publikum. „Sein Lied „Selig sind die Verrückten“ hat den direkten Weg in mein Herz gefunden. Diese wunderbare Melodie begleitet mich seitdem in jedem Konzert“, sagte er und ließ seine persönliche Interpretation des Liedes auch in der Martin-Luther-Kirche erklingen.

Mit seinen vielfältigen, virtuos musizierten Gitarrenstücken und seiner humorvollen, augenzwinkernden Moderation begeisterte er seine Zuhörer, die sich mit lang anhaltendem Applaus für den kurzweiligen Konzertabend bedankten.

 

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