Kabarettist Torsten Hebel spielt sich in die Herzen des Publikums

Ein Meister des gehobenen Humors: Torsten Hebel.DS/Bad Oeynhausen. Es ist Freitagabend kurz vor 20 Uhr. Nur ein Stuhl steht einsam und verlassen auf der Bühne im großen Saal des Gemeindehauses in Eidinghausen. Vor der Bühne stehen viele weitere Stühle, die sich schnell füllen. Anlass ist ein Kabarettabend, veranstaltet vom Kulturreferat ´KuK!´ des Kirchenkreises Vlotho und der Kirchengemeinde Eidinghausen-Dehme.

Wenige Minuten später ist der Saal voll und der Stuhl auf der Bühne bekommt Gesellschaft. Der Berliner Kabarettist, Theologe und Schauspieler Torsten Hebel ist mit seinem Programm ´Hand aufs Herz´ zu Gast in der Kurstadt und benötigt den Stuhl immer mal wieder als Requisit. Ansonsten reichen Wörter, Gesten und seine eindrucksvolle Mimik, um die Bühne auszufüllen.

Er begeistert die 160 Besucher/innen mit Storys mitten aus dem Leben. Egal, ob er über seinen Besuch im Berliner Einwohnermeldeamt erzählt, seine ersten Erfahrungen mit der Liebe beleuchtet oder mit einer ganz speziellen Version der biblischen Schöpfungsgeschichte glänzt; die ZuschauerInnen fühlen sich unterhalten, ertappt und inspiriert.

Die große Gabe von Torsten Hebel ist es, Situationen und Geschichten über Gott und die Welt so zu verpacken, dass sie mit einer humorvollen Leichtigkeit daherkommen, trotzdem Tiefgang haben und zum Nachdenken anregen. Als Kabarettist und Referent ist Hebel in ganz Deutschland unterwegs. Doch das ist nur die eine Seite seiner beruflichen Vita. Als Leiter und Gründer der sozial-kulturellen Einrichtung ‚blu:boks Berlin‘ arbeitet er seit über zehn Jahren mit Kindern und Jugendlichen, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen.

Auch diese Erfahrungen fließen in sein Programm mit ein. Da wird die Komik plötzlich tragisch und es gibt auch an diesem Abend besonders leise Momente, in denen Torsten Hebel dramaturgisch gekonnt das Leben hinterfragt und sein Publikum im übertragenen Sinn dazu auffordert, die Hand aufs Herz zu legen und sich zu fragen: Was ist eigentlich wichtig im Leben?

Um 22:30 Uhr steht der Stuhl wieder einsam und verlassen auf der Bühne. Der Saal des Gemeindehauses hat sich auch wieder geleert, aber die BesucherInnen des Kabarettabends mit Torsten Hebel gehen mit vollen und fröhlichen Herzen nach Hause.

 

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