Folkduo „Kelpie“ begeisterte beim Konzert in der Gohfelder Simeonkirche

Die Deutsch-Norwegerin Kerstin Blodig und der Schotte Ian Melrose faszinieren das Publikum mit ihren gefühlvollen Klängen.scs/Löhne. So faszinierend wie der schottische Wassertroll „Kelpie“, dem das hochmusikalische Duo seinen Namen verdankt, so vielschichtig erklang auch die Folkmusik, mit der die Deutsch-Norwegerin Kerstin Blodig und der Schotte Ian Melrose die Zuhörer in Gohfeld in ihren Bann zogen. Die nachweihnachtlichen Konzerte in der Simeonkiche, veranstaltet vom Kulturreferat „KuK!“ des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho und der Kirchengemeinde Gohfeld, sind bereits seit Jahren eine feste und beliebte Tradition.

Auch in diesem Jahr hatten sich zahlreiche Besucher eingefunden, um zwischen den Jahren ein besonderes Konzert mitzuerleben. In diesem Jahr hatte Pfarrer Hartmut Birkelbach vom Kulturreferat „KuK!“ die beiden vielfach ausgezeichneten Künstler eingeladen, die vor Jahren den musikalischen Auftakt zu dieser Reihe gemacht haben. Mit Weihnachts- und Winterliedern ihrer aktuellen CD „Schneetreiben“ in ihrer ganz eigenen nordisch-keltischen Interpretation nahmen sie ihr Publikum mit auf eine Winterreise.

„Wir müssen unsere Weihnachtskonzerte und CDs bereits im Sommer vorbereiten. Oft tun wir das in Norwegen. Den See in unserer Nähe, der im Sommer noch offen ist, beobachten wir im Laufe der Monate, wie er langsam zufriert, und haben auch das in Musik umgesetzt“, sagte Ian Melrose. Mit ihren klaren und zugleich eindringlichen Stimmen berührten sie die Anwesenden auch mit vertonten Tagebucheinträgen, ein Lied über „Weihnachten 1914“ an der Front im Ersten Weltkrieg. „Dieses Lied über den Moment, wo Menschlichkeit über Macht und Krieg siegt, und der Weihnachtsfrieden ein Signal setzt, ist uns besonders wichtig“, so Ian Melrose. Auch traditionelle weihnachtliche Kirchenlieder wie „Es ist ein Ros entsprungen“, „O Heiland, reiß die Himmel auf“ und Martin Luthers „Nun komm, der Heiden Heiland“, bearbeitet im rauen Charme des hohen Nordens, ließen sie erklingen. Zwischen den einzelnen Stücken erzählten Kerstin Brodig und Ian Melrose, wie manches Werk entstand. Und sie erheiterten ihr Publikum mit ganz persönlichen Anekdoten. „Macht hoch die Tür, eins der Lieder, die ich durch Kerstin kennengelernt habe, klingt wie ein englischer Volkstanz, wo erwachsene Männer in kurzen Hosen weiße Tücher schwenken. Das kann sehr ästhetisch aussehen“, sagte Ian Melrose augenzwinkernd. „Wir haben weiße Tücher und Scheren da, wenn jemand tanzen möchte“, ergänzte seine Partnerin und brachte die Zuhörer damit zum Lachen.

Beide Musiker beherrschen mehrere Instrumente und ergänzten ihren Gesang mit Gitarre, Mandoline, Percussion und Flöten. „Für unser Stück vom Tannenbaum haben wir den perfekten Percussionklang gesucht. Ian hat ihn im Rascheln einer Hose gefunden. Sie hat den tollsten Klang der Welt“, sagte Kerstin Brodig und sorgte für Schmunzeln im Publikum. Mit einer Loopmaschine legten sie mehrere Tonspuren übereinander und begeisterten mit vielstimmiger Musik und Gesang. Mit dem träumerischen Titelstück „Schneetreiben“ und einer Coverversion von Ian Andersons „Kelpie“, beendeten die beiden Musiker den Konzertabend. Als Zugabe für das begeistert applaudierende Gohfelder Publikum faszinierten sie mit einem norwegischen Weihnachtslied und einer filigranen Version von „Maria durch ein Dornwald ging“.

 

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