Manfred Siebald überzeugt mit Gedanken und Gesang

Manfred Siebalds Texte regten zum Nachdenken an. Hier sang er sein lustig kritisches Lied „Tomaten“.MW/Bad Oeynhausen. Der Liedermacher Manfred Siebald saß auf einem Hocker vor dem Altar in der Heilig-Geist-Kirche. Er war umringt von unterschiedlichen Gitarren, die immer wieder zum Einsatz kamen. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt und alle Altersgruppen – von Kleinkindern bis zu Senioren – waren vertreten. Pfarrer Hartmut Birkelbach vom Kulturreferat „KuK!“, der das Konzert veranstaltete, gratulierte sogar dem 12-jährigen Philip Berger, der seinen Geburtstag mit Familie beim Konzert feierte. Die vielen Kerzen und das beleuchtete Kreuz hinter dem Altar boten eine Stimmung, die die inspirierendenTexte, Worte und Lieder von Siebald besonders wirken ließen. Alles war festlich.

Eine Frage, die Siebald am Anfang des Konzerts stellte, durchzog den ganzen Abend und bildete den Mittelpunkt für sein Programme „Geh unter die Gnade“: „Wie gelingt es uns, das Leben als Fest zu feiern?“ Die Antwort entfaltete er im zweistündigen Konzert aus Liedern, einer Lesung und Erzählungen: „Das Leben als Fest wird uns nicht gelingen, solange wir es nicht an Gott festgemacht haben.“ So schenkte Siebald dem Publikum Worte der Zuversicht, aber auch kritische Töne, die zum Nachdenken anregten. Er prangerte sowohl die ungerechte Verteilung von Wohlstand in der Welt als auch das Konsumdenken, die Ich-Bezogenheit und den Leistungswahn unserer heutigen Gesellschaft an.

Beim Konzert jagte ein Höhepunkt den nächsten. Als zweites Lied sangen alle zusammen mit Siebald „Gott lädt uns ein“ – sogar als Kanon. Ebenfalls beeindruckte Siebald mit dem ruhigen, kräftigen Lied „Jeremy“, das er seinem Bekannten in einem „Township“ in Pretoria, Südafrika widmete. Für dieses Lied griff Manfred Siebald zu einer Gitarre, die er aus Südafrika mitgebracht hat. Sie bestand hauptsächlich aus einem alten Benzinkanister. Seine Kurzgeschichte „Ratschläge“ über den Trend, sich auf die eigene Kräfte zu verlassen, gab viele Gelegenheiten zum Lachen, aber auch zum Nachdenken. Siebalds sehr persönliches Lied „Deine letzte Schritte“ über die letzten Tage mit seiner Mutter gelangte direkt zu den Herzen der Besucher. „Geh unter der Gnade“, von allen gemeinsam gesungen, bot einen würdevollen Abschluss eines bewegenden Konzerts. Das Publikum holte Siebald zweimal für Zugaben zurück. Sie zeigten ihm damit, dass dieser Abend für sie durchaus ein Fest in seinem Sinne des Wortes war. Laut Manfred Siebald geht der Erlös von den verkauften Karten an ein christliches Projekt für Jugendarbeit in Namibia.

 

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