Zusammen mit 4.000 Jugendlichen aus aller Welt
ImageSC/Vlotho.Nachdem im Kirchenkreis Vlotho in allen 4 Regionen regelmäßig Taizé-Gebete stattfinden, hat sich auch in diesem Jahr wieder eine kleine Jugendgruppe mit dem Evangelischen Jugendreferat Vlotho unter der Leitung von Sylke Cremer auf den Weg in den französischen Ort Taizé gemacht, einem kleinen Dorf zwischen Dijon und Lyon. Dort gründete Frère Roger 1940 eine internationale ökumenische Communauté, die ein gemeinsames Leben in Frieden unter allen Nationen verwirklichen will.

Jedes Jahr laden die Brüder Tausende von Jugendlichen ein, um mit ihnen gemeinsam Gottesdienste zu feiern und über Bibeltexte nachzudenken. In Taizé geht es zu wie in einem Ameisenhaufen. Wir haben eine Woche mit 4.000 Jugendlichen zusammen gelebt. Etwa die Hälfte kamen aus Deutschland, die anderen aus Ungarn, Slowenien, Rumänien und Serbien. Und dann waren da noch ein paar Italiener, Spanier, Holländer und vereinzelt Jugendliche aus der restlichen Welt. Die meisten wurden begleitet von ihrem Pfarrer, Priester, Jugendreferenten, aber es waren auch Lehrer mit Schulklassen da.

ImageTotal beeindruckend ist die große Gemeinschaft, weil so viele fremde Leute friedlich miteinander umgehen. Alle leben eine Woche unter den einfachsten Bedingungen in Zelten, bei rationiertem Essen und nicht immer warmen Duschen. Jeder kriegt hier einen Job, weil alle Arbeiten von den Jugendlichen, die hierher kommen selbst übernommen werden. Dazu gehören Klos putzen, Räume fegen und wischen, Essen verteilen, spülen, Kochen, Nachtwache übernehmen, neue Gruppen begrüßen, im Chor singen, oder Kontaktperson für die Bibelarbeit in Gruppen sein. Das Verrückte ist nur, dass sich hier keiner vor der Arbeit drückt. Es macht sogar Spaß und es finden sich immer mehr Freiwillige als überhaupt gebraucht werden.

Die Leute sind hier total gut drauf und offen, immer wieder hört man welche singen und tanzen. Überall gibt es endlose Menschenschlangen vor der Anmeldung, vor der Essensausgabe, vor der Kirche, vor dem Kiosk und vor der Dusche. Aber es stört hier niemanden, weil jeder der dort hinkommt, die Wartezeit zum Reden nutzt. Verständigt wird sich in Englisch und/oder mit Händen und Füßen.

ImageWichtig für Taizé sind die Gottesdienste, die dreimal am Tag stattfinden. Aber die sind anders als zu Hause. Es wird viel gesungen und zwar in allen Sprachen. Es gibt keine Predigt und zu jedem Gottesdienst gehört eine Zeit der Stille von 10 Minuten. In dieser Zeit kann man viel Nachdenken. In der riesigen Kirche sitzen alle still auf dem Boden, Bänke gibt es nicht. „Hier werden die Gottesdienste wirklich gefeiert und keiner setzt sich hierhin und pennt, weil es so langweilig ist“ Jonas 12 Jahre. „Wie sagt man so schön: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Ich habe die Stille für mich entdeckt. Hier hat man viel Zeit zum Nachdenken. Während der Schule habe ich dafür nie Zeit. Da ist alles total hetzig.“ Steffi 15 Jahre. Für einen 18 Jährigen ist „Taizé ein Ort, wo man die Liebe Gottes spüren kann. Er ist hier einem irgendwie näher als zu Hause.“

Eine Gruppe von 16jährigen Mädchen war bereits mehrfach in Taizé. Die Mädchen berichteten: „Taizé ist jedes Mal anders. Man macht immer wieder andere Erfahrungen schon allein dadurch, dass man immer wieder neue Leute trifft. Dadurch sind die Gesprächsgruppen immer wieder interessant und spannend. Hier sind die Leute alle offen. Echt lohnend hier. Wir sind 2011 auf jeden Fall wieder dabei!“