Herbstsynode 2019: Superintendentenwahl wirft Schatten voraus

Nach der Finanzsynode blicken der Kreissynodalvorstand und die Kreissynode in das kommende Jahr. Superintendent Andreas Huneke verteilte Blumen an den Kreissynodalvorstand, die Berichterstatter, Gäste und Mitwirkende im Gottesdienst.CD/Vlotho. Der Haushalt für 2020 steht. Allerdings ist ein Ausgleich nur durch den Zugriff auf gebildete Rücklagen möglich. Auf der Herbstsynode im Gemeindehaus Wehrendorf stimmte die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho für den Haushaltsplan 2020. Berichte aus der Kindergartenfachberatung und aus dem Partner-Kirchenkreis Tambarare bringen die Synodalen auf den aktuellen Stand.

Vor der Kreissynode, die sich im Herbst traditionellerweise mit den Finanzen für das kommende Jahr beschäftigt, nahmen alle Teilnehmenden am synodalen Abendmahlsgottesdienst teil. Pfarrerin Kajta Jochum auch der Gemeinde Eidinghausen-Dehme warf in ihrer Predigt den Blick auf Frieden in der Welt: „Wie können wir bei den aktuellen Nachrichten noch auf Frieden hoffen? Wir lesen vom Brexit, wir hören vom Klimawandel, wir sehen die Bilder aus dem Krieg im Nahen Osten.“ Gemeinsam mit Gemeindepfarrer Christoph Beyer aus Valdorf-Wehrendorf teilte sie das Abendmahl an die rund 100 Gottesdienstbesucher und Synodalen aus. Die gesammelte Kollekte in Höhe von 302,16 Euro geht an den Partner-Kirchenkreis Tambarare. In Tansania soll eine neue Schule gebaut werden. Weil das jedoch für den Kirchenkreis vor Ort alleine nicht machbar ist, überlegt der Kirchenkreis Vlotho, inwiefern eine weitere Unterstützung möglich ist. 

Nach der Synode verteilt Superintendent Andreas Huneke (rechts) Blumen an den Kreissynodalvorstand, die Berichterstatter, Gäste und Mitwirkende im Gottesdienst; hier: Ulrich Prasuhn, Mitglied im Finanzausschuss (links).Die jedes Jahr steigenden Kirchenaustritte beschäftigen den Kirchenkreis Vlotho zunehmend. Allein von 2017 bis 2018 sind aus der Evangelischen Kirche von Westfalen fast 40.000 Gemeindemitglieder aus der Kirche ausgetreten. Das macht sich besonders im ländlich geprägten Ostwestfalen bemerkbar und bedeutet für den Kirchenkreis Vlotho mehr als 200.000 Euro weniger finanzielle Mittel für Seelsorge, Kinder- und Jugendarbeit, den Erhalt der Kirchen, Kindergärten sowie das Gemeindeleben vor Ort und die weiteren Arbeitsfelder der evangelischen Kirche. Im Jahr 2020 wird jede Gemeinde voraussichtlich pro Gemeindemitglied nur noch fast 90 Euro für das komplette Jahr erhalten. Davon sind die kompletten Ausgaben der Gemeinde zu finanzieren. Das wird in Zukunft kaum ohne Rücklagen möglich sein. Auf Grundlage der Kirchensteuer-Schätzung der Landeskirche hat der Finanzausschuss des Kirchenkreises den Haushaltsplan für 2020 den Synodalen vorgestellt. Pfarrer Uwe Stintmann erläuterte die einzelnen Posten der Synodalkasse und beantwortete Fragen. Insbesondere die Umstellung auf eine kaufmännische Buchführung stellt eine besondere Herausforderung dar, weil trotz sinkender Mitgliedszahlen Rücklagen gebildet werden müssen. Außerdem schlägt der Erhalt und die Instandhaltung der Kirchen und Gemeindehäuser zu Buche. Deshalb sind die Regionalkonferenzen in den vier Regionen im Kirchenkreis damit beauftragt, tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Die Beratungen und Planungen laufen.  

Vor der Finanzsynode nahmen alle Mitglieder der Kreissynode, sowie Gäste an einem Abendmahlsgottesdient in der Wehrendorfer Kreuzkirche teil. Pfarrerin Katja Jochum aus Eidinghausen-Dehme predigte zum Frieden.Auch die evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis Vlotho waren Thema auf der Herbstsynode. Dorothee Holzmeier aus der Kindegartenfachberatung stellte in ihrem Bericht heraus, wie stark die Städte Porta Westfalica, Löhne, Bad Oeynhausen und Vlotho mit Kindergartenplätzen unterversorgt sind. Es fehlen in allen Regionen des Kirchenkreises Kindertagesstätten. Aus diesem Grund wurde zum 1. August ein neuer provisorischer Kindergarten im Martin Luther-Hof eröffnet, der für 45 Kinder Betreuungsplätze bis 2021 schafft. Bis dahin baut der evangelische Kirchenkreis eine neue Kindertagesstätte in der Hermann-Löns-Straße, die zum KiTa-Jahr 2020/21 eröffnet werden soll. In diesem neuen Kindergarten werden vier Gruppen Platz finden und somit die angespannte Platzversorgung in Bad Oeynhausen entlasten sollen. Auch die Städte in den vier Regionen planen weitere Neubauten oder Erweiterungen. Als weiteres Problem für die evangelischen Kindergärten stellt der immer größer werdende Fachkräftemangel dar. Zudem werden die betreuten Kinder immer früher und den ganzen Tag in den KiTa‘s betreut. Als besonderen Erfolg verzeichnete Dorothee Holzmeier das „Evangelische Gütesiegel Beta“, welches das Qualitätsmanagement in den Kindergärten auszeichnet und sichert. Seit 2017 haben alle 23 Kindertagesstätten im Kirchenkreis Vlotho die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen. Eine Re-Zertifizierung nach fünf Jahren steht für alle teilnehmenden KiTa’s an. Diese wird voraussichtlich 2021 abgeschlossen sein. Laut Dorothee Holzmeier bestätigen viele KiTa-Leitungen, dass das neu eingeführte Qualitätsmanagement eine Hilfe in der täglichen Arbeit darstellt und so dazu beiträgt, die immer größer werdenden Anforderungen optimaler und verlässlicher zu erfüllen.

Auch das Ende der Amtszeit von Superintendent Andreas Huneke wirft seine Schatten voraus. Seit 16 Jahren leitet der Pfarrer aus Rehme den Kirchenkreis Vlotho; Ende Januar 2021 geht er in den Ruhestand. Der Nominierungsausschuss ist deshalb schon jetzt mit der Stellenausschreibung und dem Wahlverfahren beschäftigt. Die Stelle soll noch dieses Jahr ausgeschrieben werden, damit sich die Kandidatinnen und Kandidaten bis zur nächsten Herbstsynode vorstellen können und dann die Wahl zur Nachfolge von Andreas Huneke stattfinden kann. Die nächste Synode soll am 19.06.2020 in Lohfeld stattfinden. 

 

Nachrichten

Termine

November

Dezember

Martin Luther King

Seiten-Abo:

Statistik

Insgesamt:
9875119

Aktuell 43 online