Der Klingelbeutel klingelt nicht: Kollekte für „Brot für die Welt“ an Heiligabend ist digital möglich

Erstellt am 23.12.2020

Kein „O du Fröhliche“ in der vollen Kirche - kein Klingeln im Klingelbeutel am Ausgang. Weil in allen Gemeinden im Kirchenkreis Vlotho die Weihnachtsgottesdienste ausfallen und alternative Formate ohne persönlichen Kontakt von den Pfarrerinnen und Pfarrern gestaltet werden, fällt die Heilig Abend-Kollekte zu Gunsten der Organisation „Brot für die Welt“ vermutlich deutlich kleiner aus.

Das Mithelfen im Gottesdienst fehlt in diesem Jahr auch Hannah Kuhlmeier und Finn Heitland aus Bad Oeynhausen. „Seit unseren Konfirmationen helfen wir im Krippenspielgottesdienst der Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt mit und halten den Klingelbeutel am Ausgang und zählen die Spenden“, erzählt Hannah Kuhlmeier. Als Helfer waren beide viele Jahre im Kindergottesdienst aktiv und halfen nach der Anfrage ihrer Mütter Birgit Kuhlmeier und Renate Heitland als Klingelbeutelhalter an Heiligabend mit. „Birgit ist noch Presbyterin in der Gemeinde, Renate schied in diesem Jahr aus dem Amt aus. Auch für sie war es eine schöne Tradition sich an Heiligabend in der Kirche zu treffen. Es war immer schön allen Besuchern ein ‚Frohe Weihnachten‘ und ein Lächeln mit auf den Weg zu geben,“ sagt Finn Heitland. Seit 13 Jahren nehmen beide den Platz an der Tür im Turm der Auferstehungskirche ein. In diesem Jahr müssen sie Corona bedingt mit dieser Tradition brechen. Schon immer standen beide an der Tür im Turm, weil sonst niemand in der Kälte stehen wollte. „Irgendwann haben wir eine Art Wette gehabt und geschaut wer das schönste Lächeln hat und somit mehr im Klingelbeutel für ‚Brot für die Welt‘ hatte. Meist hatte Hannah das schönere Lächeln“, erzählt Finn Heitland schmunzelnd.

Der Aufruf zum gemeinsamen Singen von „Oh du fröhliche“ war für die alle vier das Stichwort sich auf dem Weg an die Türen zu machen und die Tore der Kirche für die vielen Besucher zu öffnen. Im Anschluss wurden schnell einige Liedzettel eingesammelt und man versammelte sich gemeinsam im Küsterraum der Auferstehungskirche am Kurpark in Bad Oeynhausen. „Es ist sehr schade, dass wir in diesem Jahr mit der Tradition brechen müssen“, so Hannah Kuhlmeier. „Jetzt freuen wir uns auf kommendes Jahr mit einem gemeinsamen Weihnachten mit einer hoffentlich vollen Kirche und der Gesundheit der Welt“, erzählen beide im Gespräch.

Die Weihnachtskollekte zu Gunsten von „Brot für die Welt“ soll trotzdem stattfinden. In Indien leben am Rand der Gesellschaft die so genannten Unberührbaren, die Dalit. Sie stehen ganz unten in der Gesellschaft. Viele von ihnen leben vom Müll, den andere weg werfen. Die Dalits putzen in Haushalten unter sklavenähnlichen Bedingungen. Eine Partnerorganisation von Brot für die Welt unterstützt und berät die Dalits, ihre Rechte vom Staat einzufordern. Dank dieser Beratung und des Rechtsbeistands erhalten sie zum Beispiel einen Ausweis, eine Bezugskarte für günstige Lebensmittel, ein Bankkonto und auch eine bessere Arbeit. Auch die Kinder der Familien können dank dieser Hilfe die Schule besuchen. Die Kollekte kann ganz bequem digital per Überweisung oder Paypal gespendet werden: www.kollekte-online.de.

Hannah Kuhlmeier (links) und Finn Heitland vor der Turmtür der Auferstehungskirche am Kurpark. In diesem Jahr bleiben die Klingelbeutel leer.

Darum ist die Online-Kollekte für "Brot für die Welt" wichtig