Ein Abend mit Dr. Rupert Neudeck Sto/Bad Oeynhausen. Die Menschenrechte sind in vielen Teilen der Welt durch herrschende Unrechtsregime außer Kraft gesetzt. Dieses Fazit kann man nach dem Vortragsabend mit Dr. Rupert Neudeck in der Evangelischen Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen ziehen. Eingeladen hatten zu diesem Abend die Dekade zur Überwindung von Gewalt im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho und der Lions-Club Löhne.
Die permanente Verletzung von Menschenrechten, so der Referent, beinhalte eine Verpflichtung für die Menschen in den besser gestellten Teilen der Welt, sich für soziale Gerechtigkeit und die Verwirklichung der Menschenrechte einzusetzen. Alle Menschen seien aufgerufen, dazu Fantasie und Kreativität zu entwickeln.
Als ein Beispiel für die permanente Menschenrechtsverletzung bezeichnete Dr. Rupert Neudeck die Zustände in Simbabwe. Die Weltgemeinschaft müsse verhindern, dass das südafrikanische Land zu einem zweiten Somalia werde. In Simbabwe sind nach UN-Angaben inzwischen mehr als 40.000 Menschen an Cholera erkrankt und rund 2.200 gestorben. Laut Neudeck gibt es in Simbabwe derzeit keine Gesundheitsdienste mehr, auch soziale Einrichtungen seien nicht mehr vorhanden. Durch den Zusammenbruch der Landwirtschaft herrsche zudem großer Mangel an Nahrungsmitteln. Dies sei ein unhaltbarer Zustand in einem Land, das einst als der Brotkorb Afrikas galt. Neben seinem Engagement für die „Boat People“, die Flüchtlinge im chinesischen Meer, gründete Rupert Neudeck das Hilfswerk der „Grünhelme“. Diese bauten unter anderen 28 Schulen in Afghanistan, eine Solaranlage auf dem Weinberg namens Daher in der Nähe von Hebron, das Nelson Mandela Berufsausbildungsprojekt in Ntarama in Ruanda, zwei Dörfer in der Provinz Aceh in Indonesien. Ferner seien sie an der Küste Mauretaniens sowie in den unwegsamen Bergregionen von Kaschmir in verschiedenen Projekten tätig. Die Arbeit, die von NGOs, also Nicht-Regierungs-Organisationen getan wird, bezeichnete Neudeck als äußerst wichtig für die von Not betroffenen Menschen. Alle sollten nicht nachlassen beim Einsatz für menschlichere Lebensbedingungen überall auf dieser Welt: „We refuse to be enemies - wir weigern uns, Feinde zu sein“, diese Maxime sollten sich Menschen weltweit als Lebensmotto annehmen und verwirklichen. An Spenden zur Unterstützung von Neudecks Grünhelm-Projekten kamen an diesem Abend 1650 Euro zusammen. Die musikalische Gestaltung durch die Trommelgruppe Djambala unter der Leitung von Uwe Pacewitsch und Kantor Harald Sieger an Klavier und Orgel sorgte für das afrikanische Kolorit. Die packenden afrikanischen Rhythmen begeisterten das Publikum. Für den Referenten waren die Klänge eine Erinnerung an eine Umgebung, die er erst vor wenigen Tagen verlassen hatte.
Siehe auch:
- Rupert Neudeck zu Gast in Bad Oeynhausen
- 60 Jahre Menschenrechte und Grundgesetz
- „Frieden riskieren“
- Wo bleibt die Menschenwürde?
- Ökumenische Friedensdekade mit Andachten
- Volkstrauertag
- Gewalt-Deeskalation
- „Und raus bist du“
- Bericht aus einer Krisenregion
- Krieg gegen den Iran?
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