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Umgang mit Suizid Drucken E-Mail
Mittwoch, 19. November 2008
Notfallseelsorger tagten in Exter
Sto/Vlotho. Verschiedene Aspekte des Einsatzes von Notfallseelsorgern im Zusammenhang mit einer Selbsttötung standen im Zentrum einer Tagung, zu der Notfallseelsorger aus dem gesamten ostwestfälischen Raum im Gemeindehaus Exter zusammenkamen.

Es war das erste Treffen von Notfallseelsorgern aus ganz OWL, die sich an derAutobahnkirche Exter wohl fühlten: Diese könne ein Zentrum für die Notfallseelsorge werden, so Pfarrer Ralf Steiner aus Exter. Ursula Rutschkowski, Hauptkommissarin bei der Kriminalpolizei Gütersloh, berichtete über polizeiliche Aspekte bei Todesermittlungen nach Suizid.

Nach § 159 der Strafprozessordung müsse die Kriminalpolizei ermittelnd tätig werden, wenn ein Verdacht auf einen nicht „natürlichen“ Tod bestehe. Dieser Fall trete z. B. ein, wenn ein Notarzt oder auch ein Arzt, der den Verstorbenen zuvor nicht als Patienten behandelt habe, eine nicht natürliche Todesursache angebe. In einem solchen Fall müssten Mitarbeiter der Kriminalpolizei ermitteln; der Fundort des Leichnams werde zum Tatort, an dem nichts verändert werden dürfe. Dies habe auch Folgen für eine mögliche Begleitung der Angehörigen durch den Notfallseelsorger, auch im Hinblick auf eine rituelle Verabschiedung vom Verstorbenen.

Ein weiteres Thema stellten „verdeckte“ Suizide dar. Die Referentin zeigte verschieden gelagerte Fallbeispiele von „vorsätzlicher Selbstbeschädigung durch Unfall mit einem PKW“ vor. Oft seien dies Unfälle, bei denen kein weiteres Fahrzeug beteiligt gewesen sei, ein Fahrer etwa mit hoher Geschwindigkeit frontal gegen einen Baum geprallt sei und dieser Fahrer eine Abschiedsnachricht hinterlassen habe. Es komme aber auch vor, dass eine solche Absichtserklärung nicht vorliege, auch gebe es eine Dunkelziffer bei der Aufklärung.

Der Suizid eines Angehörigen, ob verdeckt oder nicht verdeckt, stelle in jedem Fall eine hohe psychische Belastung für die Hinterbliebenen dar. Christoph Pompe, Pfarrer und Psychotherapeut sowie Koordinator und Leiter der Notfallseelsorge der Lippischen Landeskirche, stellte in seinem Vortrag die verschiedenen Schritte zur Bewältigung der Krise dar, an der die Notfallseelsorger -zumindest in der ersten Zeit nach dem Geschehen - beteiligt sein könnten.

In Kleingruppen wurden nach dem Mittagessen verschiedene Fallbeispiele erörtert.


Siehe auch:

  1. Ein Fest mit den Helfern an der Autobahn
  2. Denkmal für Opfer im Straßenverkehr
  3. Vier Notfallseelsorger in Exter eingeführt
  4. Notfallseelsorge
 
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